Grundwasserstand Juni 2007 - mittleres bis unterdurchschnittliches Niveau
Datum: 08.01.08

Grundwasserneubildung: mittlere Mengen im Winter, Aprildürre durch nassen Mai ausgeglichen

Die leichten Niederschlagsüberschüsse im meteorologischen Winter (Dez.-Feb.) und im Frühjahr (März-Mai) haben zum ersten Mal seit 2004 wieder zu einer nennenswerten Grundwasserneubildung beigetragen. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. am Lysimeter Jägersburg vorherrschen, konnte im Januar 2007 wieder eine Grundwasserneubildung gemessen werden. Nach der langen Periode geringer Grundwasserneubildung (Trockenjahr 2003, Jahre 2004 bis 2006) hat diese positive Entwicklung eine Stabilisierung der Grundwasserstände bewirkt.

Die extreme Dürre des Aprils bewirkte allerdings eine vorübergehende Unterbrechung der Grundwasserneubildung. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. im Jägersburger und Lorscher Wald existieren, wirkte sich die Niederschlagsarmut erst im Mai 2007 mit einem Aussetzen der Grundwasserneubildung aus. Bei geringen Flurabständen, wie sie z.B. in den Altneckarlachen vorherrschen, führten die hohen Mainiederschläge direkt zu einer Grundwasserneubildung und einem damit verbundenen Grundwasseranstieg.

Grundwasser auf mittlerem bis unterdurchschnittlichem Niveau

Die leichten Niederschlagsüberschüsse im Winter und Frühjahr haben in weiten Teilen des Hessischen Riedes einen Anstieg der Grundwasserstände bewirkt. In Bereichen mit hohen Grundwasserflurabständen ist - nach langer Zeit mit fallenden Grundwasserständen - etwa seit März 2003 an Anstieg der Grundwasserstände zu beobachten. Dort, wo das Grundwasser in geringerer Entfernung zur Bodenoberfläche ansteht, steigen die Grundwasserständen in der Tendenz bereits seit letztem Herbst leicht an.

Im mittleren Hessischen Ried, in dem die Grundwasserstände mittels der Infiltration angehoben werden können, liegen die Grundwasserstände weiterhin auf dem  Niveau der Richtwerte des "Grundwasserbewirtschaftungsplanes Hessisches Ried" (mittlere Grundwasserstände). In Teilen des Gernsheimer Waldes und im  Jägersburger Wald liegen die Grundwasserstände etwas tiefer, d.h. etwa mittig zwischen dem Richtwert und dem Unteren Grenzgrundwasserstand des Grundwasserbewirtschaftungsplanes. Zum Ausgleich für die fehlende natürliche Grundwasserneubildung erfolgt hier eine erhöhte Infiltration von aufbereitetem Rheinwasser durch den Wasserverband Hessisches Ried.

Auch in den Gebieten ohne Infiltrationseinfluss (z.B. südlich der Weschnitz) steigen die Grundwasserstände inzwischen wieder an. Der Abwärtstrend der Grundwasserstände in Richtung der Unteren Grenzgrundwasserstände ist hier gestoppt. Bei einer Betrachtung der letzten Jahre zeigt sich hier noch ein anderer Trend. Obwohl die Grundwasserstände seit dem Hochstand in der Nassperiode (März 2003) nahezu durchgehend gefallen sind (Ausnahme Frühjahr 2005), liegt das Grundwasser noch einige Dezimeter höher als z.B. 1998, dem letzten Jahr vor der witterungsbedingten Nassperiode 1999 - Februar 2003. Auslöser hierfür sind  Förderverringerungen der vergangenen Jahre, die im WW Bürstädter Wald, aber auch im südlich anschließenden Baden-Württemberg stattgefunden haben.  

Im Umfeld des Wasserwerkes Hof Schönau (bei Rüsselsheim) der Stadtwerke Mainz, das ebenfalls keine Infiltrationsunterstützung erhält, ist schon seit dem Herbst 2006 ein leichter Anstieg der Grundwasserstände zu beobachten. Die Grundwasserstände liegen auf einem mittleren Niveau.
Im Gebiet Viernheim, wo das Grundwasser in den Jahren 2001 bis 2003 besonders hoch angestiegenen war, ist es auf ein mittleres Niveau gesunken.

Insgesamt befindet sich das Grundwasser aufgrund der langfristig eher trockenen Witterung auf einem mittleren bis leicht abgesenkten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr haben sich nur geringfügige Veränderungen ergeben. Die Richtwerte des "Grundwasserbewirtschaftungsplanes Hessisches Ried" werden insbesondere in den infiltrationsgestützten Teilen des Hessischen Riedes erreicht oder nur leicht unterschritten. Eine stärkere Unterschreitung der Richtwerte zeigen einzelne Bereiche am Rande des Riedes, die von den Infiltrationsanlagen nicht erreicht werden.


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