Grundwasserstand April 2005 - Trendwende zu steigenden Grundwasserständen
Datum: 04.01.06

Die Nachwirkungen des extremen Trockenjahres 2003 auf die Grundwasserstandsentwicklung waren bis in den Winter 2004/2005 zu beobachten.

Im Frühjahr 2004 blieb der übliche Grundwasseranstieg aufgrund der geringen Grundwasserneubildung im Winter 2003/2004 aus. In den Sommermonaten 2004 fielen die Grundwasserstände trotz normaler Sommerniederschläge weiter, da die Sommerniederschläge in der Regel von den Pflanzen aufgenommen werden und verdunsten bzw. nach Starkregenereignissen oberflächig abfließen. Eine Absickerung in tiefere Bodenschichten und das Grundwasser findet nur nach anhaltenden und intensiven Niederschlägen statt.

Der folgende Winter 2004/2005 begann, wie schon der vorangegangene Winter, zu trocken. Erst im Februar 2005 wurden wieder hohe Niederschläge gemessen. In den Bereichen mit geringen Grundwasserflurabständen (Altneckar- und Altrheinbereiche) wurden dementsprechend bereits im März steigende Grundwasserstände registriert. Doch auch in den infiltrationsgestützten Bereichen konnte mittels hoher Infiltrationsmengen in den Anlagen des WHR dem anhaltenden Grundwasserstandsrückgang gegengesteuert werden. Auch hier wurde im März 2005 eine Trendwende festgestellt.

Im März 2005 wurde in der Lysimeterstation Jägersburg erstmals seit April 2004 wieder eine Sickerwasserspende gemessen. Dies ist sehr spät. Üblicherweise setzt die Sickerwasserspende und somit die Grundwasserneubildung bereits im Dezember ein. Im April 2005 hielt der großräumige Grundwasseranstieg aufgrund der Grundwasserneubildung aus Niederschlag als auch aufgrund der hohen Infiltrationsraten an.

Trotz der Trendwende bewegen sich die Grundwasserstände im April 2004 noch unterhalb des im Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried angestrebten mittleren Niveaus. Da in den kommenden Monaten der Wasserverbrauch der aufblühenden Vegetation stark ansteigen wird, ist wieder mit einem Rückgang der Grundwasserneubildung aus Niederschlag zu rechnen. Um dennoch das Grundwasserniveau anzuheben bzw. ein Absinken im Sommer 2005 zu verhindern, wird die Infiltration vorerst mit hohen Mengen fortgeführt.

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