Grundwasserstand Dezember 2010 - Hohes Grundwasserstandsniveau, Vernässungen drohen
Datum: 04.11.11

Die Grundwasserstände zeigten in weiten Teilen des Hessischen Rieds, in denen aufgrund geringer Grundwasserflurstände eine relativ zeitnahe Reaktion auf das Niederschlagsgeschehen vorhanden ist, im Winterhalbjahr 2009/10 den typischen Grundwasseranstieg bis März bzw. April 2010. Die niederschlagsarmen Monate März und April bewirkten im Mai rückläufige Grundwasserstände. Die außergewöhnlich hohen Niederschläge im Mai bewirkten zusammen  mit niedrigen Temperaturen, die nur eine geringe Verdunstung zur Folge hatten, einen erneuten Grundwasseranstieg, so dass im Juni wieder Grundwasserhochstände erreicht wurden. Erst danach setzte der sommerliche Grundwasserstandsrückgang ein, der trotz der trocken-heißen Phase von Mitte Juni bis Mitte Juli 2010 eher schwach ausfiel. Bereits der ausgesprochen nasse August sorgte für einen erneuten Grundwasseranstieg, so dass im Oktober anstelle der üblichen Grundwassertiefstände ein hohes Grundwasserstandsniveau vorherrschte. Lokal näherten sich die Messwerte den Grundwasserhochständen der Jahre 2001-2003 an.

Sofern im Winterhalbjahr eine normale Grundwasserneubildung mit steigenden Grundwasserständen stattfindet, ist im kommenden Frühjahr mit Grundwasserhochständen zu rechnen, die das extrem hohe Niveau der Nassperiode 2001 bis 2003 erreichen könnten. In diesem Fall kann es erneut zu Kellervernässungen und überstauten landwirtschaftlichen Flächen kommen.

Aktuelle Ganglinien finden Sie unter der Rubrik Messstellen oder über den Kartenserver.

Abweichungen hiervon finden sich in der Nähe von Vorflutern, die das Grundwasserniveau stabilisieren, d.h. sie wirken einem übermäßigen Absinken des Grundwasserspiegels in Trockenphasen und einem übermäßigen Anstieg in Nassphasen entgegen. Hier folgt der Grundwasserstandsgang maßgeblich dem Vorfluterpegel.

Auch in den Bereichen, die von der Infiltration des Wasserverbandes Hessisches Ried beeinflusst werden, kann der Grundwasserstandsgang deutlich abweichen. Die Infiltration wurde entsprechend der Grundwasserstandsentwicklung gesteuert, um die Grundwasserstände auf dem Niveau der Richtwerte des Grundwasserbewirtschaftungsplans Hessisches Ried zu stabilisieren. Nach dem alljährlichen Revisionsstillstand im Februar, gefolgt von den trockenen Monaten März und April, wurden die Infiltrationsmengen in den Folgemonaten bis Mai gesteigert. Aufgrund der hohen Niederschläge im Mai wurde die Infiltrationsmenge in den Folgemonaten zurückgefahren. Eine weitere deutliche Reduzierung fand nach dem nassen August statt.

Detaillierte Erläuterungen zur Grundwassersituation und zur Steuerung der Infiltration mit Stand November 2010 finden sie hier.


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