Grundwasserstand Januar 2008 - Stabilisierung auf mittlerem Niveau, in der Mitte und im Norden höher als im Süden
Datum: 20.10.08

Januar 2008 - Stabilisierung auf mittlerem Niveau,  in der Mitte und im Norden höher als im Süden


Grundwasserneubildung: mittlere Mengen im Winter 2006/07, Aprildürre durch nasse Folgemonate ausgeglichen

Die leichten Niederschlagsüberschüsse im meteorologischen Winter, Frühjahr und Sommer haben zum ersten Mal seit 2004 wieder zu einer nennenswerten Grundwasserneubildung beigetragen. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. am Lysimeter Jägersburg vorherrschen, konnte von Januar bis April 2007 wieder eine Grundwasserneubildung gemessen werden. Nach der langen Periode geringer Grundwasserneubildung (Trockenjahr 2003, Jahre 2004 bis 2006) hat diese positive Entwicklung je nach Region eine Stabilisierung oder einen Anstieg der Grundwasserstände bewirkt.

Die extreme Dürre des Aprils bewirkte allerdings eine vorübergehende Unterbrechung der Grundwasserneubildung. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. im Jägersburger und Lorscher Wald existieren, konnte trotz der feuchten Sommerwitterung seit Mai keine Grundwasserneubildung beobachtet werden. Die sehr geringen Niederschläge im Oktober haben hierzu ebenfalls beigetragen.

Bei geringen Flurabständen, wie sie z.B. in den Altneckarlachen vorherrschen, führten die erhöhten Niederschläge zu einer direkten Grundwasserneubildung und einem damit verbundenen deutlichen Grundwasseranstieg.

Grundwasser auf mittlerem Niveau, lokale Abweichungen

Das Jahr 2007 hat im  Hessischen Ried, nach den tendenziell fallenden Wasserständen der Jahre 2003 bis 2006, einen Anstieg der Grundwasserstände bewirkt. In Bereichen mit hohen Grundwasserflurabständen ist etwa seit März 2007 ein Anstieg der Grundwasserstände zu beobachten. Dort, wo das Grundwasser in geringerer Entfernung zur Bodenoberfläche ansteht, steigen die Grundwasserständen in der Tendenz bereits seit letztem Herbst leicht an. Der trockene Oktober hat wiederum einen leichten Abfall der Grundwasserstände ausgelöst.

Im mittleren Hessischen Ried, in dem die Grundwasserstände mittels der Infiltration angehoben werden können, liegen die Grundwasserstände weiterhin auf dem  Niveau der Richtwerte des "Grundwasserbewirtschaftungsplanes Hessisches Ried" (mittlere Grundwasserstände). In Teilen des Gernsheimer Waldes und im  Jägersburger Wald liegen die Grundwasserstände etwas tiefer, d.h. leicht unter dem Richtwert des Grundwasserbewirtschaftungsplanes.

Auch in den Gebieten ohne Infiltrationseinfluss sind die Grundwasserstände wieder angestiegen. Der Abwärtstrend der Grundwasserstände in Richtung der Unteren Grenzgrundwasserstände ist hier gestoppt. Dies gilt z.B. für den Bereich südlich der Weschnitz, in dem es 2007 ebenfalls zu einer Trendumkehr gekommen ist. Die Grundwasserstände liegen hier zwischen dem Richtwert und dem Unteren Grenzgrundwasserstand des Grundwasserbewirtschaftungsplanes.

Iin anderen Teilen des Rieds hat der Grundwasseranstieg bereits ein leicht erhöhtes Grundwasserstandsniveau bewirkt  Dies gilt z.B. für den Bereich zwischen Biebesheim und Pfungstadt. Ein langjähriger Vergleich zeigt, dass die aktuellen Grundwasserstände bzw. die "Richtwerte mittlerer Grundwasserstände" hier den Grundwasserhochständen der 1980er entsprechen. Beispiele hierfür zeigen die Ganglinien HW-04-G41810 (Hahn) und HW-01-G50240 (Allmendfeld), die im öffentlichen Kartenserver erreichbar sind.

Im Umfeld des Wasserwerkes Hof Schönau (bei Rüsselsheim) der Stadtwerke Mainz, das ebenfalls keine Infiltrationsunterstützung erhält, ist schon seit dem Herbst 2006 ein leichter Anstieg der Grundwasserstände zu beobachten. Die Grundwasserstände liegen aktuell auf einer mittleren Höhe.

Insgesamt befindet sich das Grundwasser wieder auf einem mittleren Niveau. Südlich der Weschnitz sowie im Gernsheimer und Jägersburger Wald liegt der Grundwasserspiegel leicht unter dem Richtwert des Grundwasserbewirtschaftungsplanes, nördlich davon werden die Richtwerte weitgehend erreicht. In einzelnen Bereichen entspricht dieses "mittlere", vom Grundwasserbewirtschaftungsplan vorgegebene Niveau dem der Grundwasserhochstände in den 1980er Jahren. Dies zeigt, wie schnell ein Wechsel von einer Trockenphase zu potentiellen Vernässungen erfolgen kann.

Aktuelle Ganglinien finden Sie unter der Rubrik Messstellen oder über den Kartenserver.


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