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2006 - Erst kalt, später sehr warm und Rekorde in Serie


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2006 - Erst kalt, später sehr warm und Rekorde in Serie

Winter 2005/06: kalt, sehr trocken und sonnig

Laut Deutschem Wetterdienst war der meteorologische Winter (Dezember - Februar) in Deutschland deutlich zu kalt und sehr trocken. Die Sonne schien dafür reichlich.

Die Mitteltemperatur des Winters lag deutschlandweit bei –0,8 Grad Celsius (°C) und damit 1,0 Grad unter dem Normalwert von 0,2°C. Alle drei Wintermonate waren zu kalt, insbesondere der Januar, der 2,6 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt lag.

Im Winter 2005/2006 fielen im deutschlandweiten Mittel 134 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Das entsprach 74 Prozent des in Deutschland üblichen Winter-Niederschlags von 181 l/m². Verhältnismäßig nass - präziser gesagt verschneit - zeigte sich der Februar. Der Dezember und der Januar waren dagegen deutlich zu trocken gewesen. Immer wieder fiel der Niederschlag als Schnee, so dass zeitweilig ganz Deutschland unter einer Schneedecke lag. In einigen Regionen blieb der Schnee den ganzen Winter liegen, wie zum Beispiel im Berchtesgadener Land.

In Darmstadt betrug die Niederschlagsmenge im Winter 117,5 mm (statt 142 mm).

Frühjahr: normal temperiert - aber deutlich zu nass

Das meteorologische Frühjahr (März-Mai) war normal temperiert, aber deutlich zu nass. Laut Deutschem Wetterdienst fielen im deutschlandweiten Mittel 240 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Das entspricht knapp 130% des in Deutschland üblichen Frühjahrsniederschlags von 186 l/m². Besonders nass zeigten sich die Monate März und Mai, wohingegen der April nur eine Überschuss von knapp 10% aufwies. Bundesweit erbrachte der März mit 83 l/m² etwa 143 % der Norm von 57 l/m². Im Mai wurden mit fast 100 l/m² etwa 140 % erreicht (Mittelwert 71 l/m²).

Eine ähnliche Bilanz ergibt sich für Südhessen. An der Station Darmstadt war der milde April mit 33 Millimeter Niederschlag relativ trocken (langjähriges Mittel 50,1 mm), März und April erbrachten mit 89,4 mm und 112,7 mm Überschüsse von 66% bzw. 85%. Insgesamt fielen im Frühjahr 2006 235 mm an der Station Darmstadt, der Durchschnittswert liegt bei 165 mm.

Trotz kleinräumiger Abweichungen z.B. durch starke Schauer und Gewitter zeigt die Wetterstation Frankfurt/Flughafen des DWD ein ähnliches Bild: März 66 mm, April 32 mm, Mai 101 mm.

Sommer: Erst heiß und sonnig, dann nass und trübe

Für den Sommer 2006 waren laut Deutschem Wetterdienst die außerordentlich großen Gegensätze charakteristisch. Während die Monate Juni und Juli durch reichlich Sonnenschein, anhaltende Trockenheit und teilweise große Hitze gekennzeichnet waren, zeichnete sich der August durch viele Wolken, ergiebige Regenfälle und niedrige Temperaturen aus.

Der Juni zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Mit 295 Stunden wurde in Darmstadt eine etwa 40% längere Sonnenscheindauer als im langjährigen Vergleich gemessen. Dieser Wert entspricht fast exakt dem Juniwert aus dem Extremsommer 2003. Entsprechend lagen auch die Temperaturen 1,1 °C über dem Durchschnittswert von 16,6 °C.
Nach dem nassen Mai erbrachte der Juni an der Wetterstation Darmstadt nur 50 mm Niederschlag, normal sind 77,8 mm. Schauer und Gewitter bewirkten allerdings einen kleinräumigen Wechsel der Niederschlagsmenge: am Frankfurter Flughafen waren es nur knapp 22 mm.

Der Juli brachte neue Hitzerekorde: "In den Archiven des Deutschen Wetterdienstes finden wir keinen Monat, der heißer und sonniger war als der Juli 2006. Dieser Monat schlägt alle Rekorde." So bewertete Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes den Juli mit Blick auf das bis 1901 zurückreichende Archiv der deutschlandweiten Wetterbeobachtungen. Mit 22.1 °C lagen die Temperaturen bundesweit 5,2 ° (!) über dem vieljährigen Durchschnitt von 16,9 °C. Die Werte für Darmstadt: Temperatur 23,1 °C statt 18,3 °C, Sonnenscheindauer 338,9 Stunden statt 224,5 Stunden. Mit diesen Werten schlug der Juli 2006 sogar eindeutig den des "Jahrhundertsommers" 2003 (Temperaturdurchschnitt 19,6 °C und 264,4 Stunden Sonnenschein).
Beim Niederschlag kam der Juli bundesweit mit 45 mm auf etwa 60 % des klimatologischen Mittelwertes. Ganz anders in Darmstadt: zwei extreme Gewitterniederschläge am 22. (34,8 mm) und 27.07. (46,6 mm) führten zu überschwemmten Straßen und einer Gesamtsumme von 113,2 mm (Normal 75,7 mm).

Mit dem August kam ein starker Wechsel: der August brachte rekordverdächtige Regenmengen und war dementsprechend trübe und kühl. Der Deutsche Wetterdienst meldete im bundesweiten Durchschnitt 137 mm Regen pro Quadratmeter oder 178 % des August-Mittelwertes von 77 Litern. "Damit zählt der August 2006 zu den niederschlagsreichsten seit 1901!
Darmstadt ertrank unter 173 mm (mehr als das Doppelte des Durchschnitts von 82,0 mm), Frankfurt hatte immerhin noch 128,4 mm Niederschlag. Durch kräftige Schauer und Gewitter gab es deutliche regionale Unterschiede. Sie fielen in Berlin-Tegel am 25. August 127 Liter pro Quadratmeter in weniger als 2 Stunden. Vielerorts war der August der sonnenscheinärmste seit über 50 Jahren.

Herbst: eher sommerlich warm  statt herbstlich nass-kalt

Der September 2006 war wiederum einer der wärmsten seit 1901. Die bundesweite  Durchschnittstemperatur von 16,9 °C  lag um 3,6 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt von 13,3 °C. In Darmstadt war es ebenfalls außergewöhnlich warm: 17,4 °C statt den 14,3 °C des Normalwertes.
Kennzeichnend für den September waren zusätzlich lange trockene Perioden und kurze regenreiche Ereignisse. In Darmstadt fiel bis zum 24. September nahezu kein Niederschlag. Insgesamt wurden mit 24,9 mm nicht einmal die Hälfte der im Mittel üblichen 57 mm erreicht. Vielerorts gehörte der September 2006 zu den trockensten seit 1901.

Der Oktober war laut Deutschem Wetterdienst "sonnig und superwarm". Mit 12,2 °C Durchschnittstemperatur war er der zweitwärmste seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901. An der Station in Darmstadt wurden 12,9 °C statt des langjährigen Mittelwertes von 9,3 °C erreicht.
Schauer und Gewitter bestimmten nochmals das Niederschlagsgeschehen, so dass es lokal und regional zu größeren Unterschieden kam. In Darmstadt fielen 88,8 mm (Mittelwert 53,8 mm).

Der November setzte die Reihe sehr warmer Herbstmonate fort. Der DWD bezeichnet ihn "extrem warm, sehr sonnig und trocken". Bundesweit lag der Temperaturmittelwert mit 7,0 °C um 3,0 ° über dem Klimareferenzmittel der Jahre 1961-90. In Darmstadt lag die Niederschlagsmenge mit 50,9 mm nahe dem Mittelwert von 48,4 mm.

Der meteorologische Herbst 2006 (Sept.-Nov.) ist laut Deutschem Wetterdienst mit Abstand der wärmste seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen. Die Mitteltemperatur lag mit 12,0 °C um 3,2 ° über dem Mittel der Jahre 1961-90. In Darmstadt wurde mit 12,8 °C der wärmste Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1830 registriert. Der Niederschlag blieb leicht hinter den Erwartungen zurück. In Darmstadt wurden 149 mm gemessen (Mittelwert 175 mm).

Bilanz

Das Jahr 2006 hat verschiedenste Facetten gezeigt. So wird der lange, kalte und vielerorts auch schneereiche Jahresbeginn ebenso in Erinnerung bleiben wie der Monat Juli, der heißeste und sonnigste Einzelmonat seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahre 1901. Kurios auch, dass der September insgesamt wärmer war als der viel zu kühl geratene August. Da nicht nur der September, sondern auch der Oktober und der November deutlich wärmer als üblich ausfielen, konnte der DWD schließlich noch den wärmsten Herbst seit über 100 Jahren verkünden.

Bundesweit fiel das Jahr leicht zu trocken aus (732 mm statt 789 mm). In Darmstadt bewirkten einzelne extreme Gewitterniederschläge einen Überschuss (835 mm statt 720 mm).

Insgesamt eines der wärmsten Jahre seit 1901

Das Jahr 2006 zählt zu den wärmsten Jahren in Deutschland seit 1901. Wären die ersten Monate nicht zu kalt gewesen, hätte es auch hier wohl einen neuen Rekord gegeben. Hierzu heißt es beim deutschen Wetterdienst: „Viele der wärmeren Jahre wurden Ende des vergangenen und zu Beginn des neuen Jahrhunderts verzeichnet. Das Jahr 2006 passt insofern gut in das Bild einer allmählichen Erwärmung der Erdatmosphäre - wenngleich ein einzelnes Jahr, aus klimatologischer Sicht, keine Beweiskraft haben kann.“

Deutschlandweit lag die Temperatur im Jahr 2006 bei 9,5 Grad Celsius (°C) und damit 1,3 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt von 8,2°C. 


Extremwerte und Rekorde

Der Rückblick offenbart für die zweite Jahreshälfte nahezu für jeden Monat extreme Messwerte, oftmals handelt es sich um Rekordwerte seit dem Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901:
  • Juni: in Norddeutschland nur 20 % der langjährigen Niederschlagsmenge, in Hessen 1,3 ° zu warm,
  • Juli: heißester und sonnigster Monat seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901, Mitteltemperatur 5,2 ° (!) über dem langjährigen Mittelwert,
  • August: einer der niederschlagsreichsten Augustmonate seit 1901, vielerorts sonnenscheinärmster seit über 50 Jahren,
  • September: vielerorts einer der wärmsten oder der wärmste September seit 1901, in vielen Regionen  einer der trockensten September seit 1901,
  • Oktober: zweitwärmster Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 (wärmster: Okt. 2001)
  • November: einer der wärmsten seit 1901
  • HERBST 2006: mit großen Abstand der wärmste seit 1901

Grundwasserneubildung: weiterhin sehr gering

Nach dem extremen Trockenjahr 2003, der geringen Grundwasserneubildung in den Jahren 2004 und 2005 (nur etwa 50 % des langjährigen Mittels) hat die Absickerung am Lysimeter Jägersburger Wald im Jahr 2006 ebenfalls erst im März mit geringen Werten begonnen und im Mai schon wieder ausgesetzt. Ursache hierfür ist zunächst das trockene Halbjahr Herbst/Winter 2005/06. Bei durchschnittlichen Niederschlägen setzt die Grundwasserneubildung bereits einige Monate früher ein.

Die warmen bzw. sehr heißen Monate Juni und August bewirkten eine starke Verdunstung. Die hohen Augustniederschläge, die durch die  Bodensättigung eine gute Ausgangsbasis für die Grundwasserneubildung boten, wurden durch den trocken-warmen Herbst und Winter wieder aufgezehrt. So konnte bis Ende Dezember keine Grundwasserneubildung am Lysimeter Jägersburg beobachtet werden. Insgesamt setzt sich damit die seit 2004 anhaltende Periode sehr geringer Grundwasserneubildung bereits im dritten Jahr fort.















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Veröffentlicht am: 2007-01-29 (8932 mal gelesen)

 

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