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2004 - Warmes Jahr mit mittleren Niederschlägen, Trockenjahr 2003 wirkt nach


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Der sehr nasse Januar 2004 ließ noch auf einen Ausgleich für das extreme Trockenjahr 2003 hoffen. Im Februar, März und April lag der Niederschlag an der Station Darmstadt jedoch wiederum unter dem langjährigen Mittel: statt 145,4 mm erbrachten die drei Monate nur eine Summe von 76,8 mm. Nach dem Deutschen Wetterdienst war es im meteorologischen Frühjahr (März-April) in ganz Deutschland "zu warm, zu trocken und zu sonnig." Laut DWD erreichte die Niederschlagsbilanz nur etwa 75 % des langjährigen bundesweiten Durchschnittswertes von 187 Liter pro Quadratmeter. Die erhöhte Sonneneinstrahlung verstärkte das Defizit.

Entsprechend gering war weiterhin der Abfluss der Oberflächengewässer. Von kurzzeitigen Abflussspitzen nach stärkeren Niederschlägen abgesehen, lagen die Pegelstände in Weschnitz, Lauter, Modau oder Schwarzbach weit unter denen für mittlere Abflüsse.

Trotz zögerlichem Beginn im Juni und vielen kühlen und regnerischen Tagen im Juli ging der Sommer 2004 laut DWD doch als vergleichsweise durchschnittlich in die Jahrbücher der Klimatologen ein - der warme, aber auch feuchte August machte es möglich. An der Station Darmstadt viel der Juni zu trocken (57 statt 78 mm), Juli und August eher zu nass aus.

Auch wenn manchem der Sommer eher feucht und unbeständig vorkam - aus wasserwirtschaftlicher Sicht konnte das Trockenjahr 2003 nicht ausgeglichen werden. Gewitterregen und andere konvektive Sommerniederschläge flossen zu großen Teilen oberirdisch ab, sie trugen nur wenig zur Befeuchtung des Bodens und zur Grundwasserneubildung bei. Die Grundwasserstände reagierten vielerorts mit einem weiteren Abfall.

Auch der Herbst 2004 erbrachte nicht die für die Grundwasserneubildung erforderliche Durchfeuchtung des Bodenkörpers. Die Niederschläge lagen in Südhessen wiederum unter dem langjährigen Mittel. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war der Herbst ebenfalls zu warm. Die Temperaturen lagen in Deutschland in den Monaten September, Oktober und November etwa ein halbes Grad Celsius (°C) über dem langjährigen Durchschnitt von 8,7°C. Mit 26 mm erreichte der Dezember in Darmstadt nur 50% des im langjährigen Mittel zu erwartenden Niederschlags.

Insgesamt zeigte sich das Jahr 2004 laut DWD als "ein warmes, sonnenreiches Jahr mit üblichen Niederschlägen". Bezüglich der Grundwasserentwicklung fallen jedoch der etwas zu geringe Niederschlag und die erhöhten Temperaturen (verstärkte Verdunstung bzw. Evapotranspiration) ins Gewicht. Bundesweit lag die Mitteltemperatur in Deutschland im Jahr 2004 bei 8.9°C und damit 0,7 Grad über dem typischen Wert von 8,2°C. Damit reiht sich das Jahr nahtlos in die seit Anfang der 1990er Jahr bestehende Serie sehr warmer Jahre ein. Weltweit lagen die Temperaturen laut DWD mit 14,4 °C knapp ein halbes Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht konnte das Jahr 2004 das extreme Trockenjahr 2003 bei weitem nicht ausgleichen. Die Grundwasserneubildung blieb in weiten Bereichen des Hessischen Riedes deutlich unter dem Durchschnitt. An der Lysimeterstation Jägersburg sickerten 2004 nur etwa 5,7 % des gesamten Jahresniederschlages in das Grundwasser ab. Von Mai bis Dezember 2004 konnte nahezu keine Grundwasserneubildung festgestellt werden.







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Veröffentlicht am: 2005-03-07 (8650 mal gelesen)

 

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