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2007 - Feucht, warm und Jahrhundert-Dürre im April


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2007: Feucht, warm und Jahrhundert-Dürre im April

Winter 2006/07: Rekordwärme und leicht zu feucht

Der meteorologische Winter (Dez.-Feb.) erbrachte  laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im deutschlandweiten Mittel eine leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmenge. Mit 213 mm fielen etwa 118 % der normalen Menge von 181 mm. An der Station Darmstadt waren es 165 mm statt der 142 mm im Mittel.

Bemerkenswert waren abermals die Temperaturen. Mit einem bundesweiten Mittel von 4,3 °C war der Winter 2006/07 der wärmste seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahre 1901! Die bundesweite Referenztemperatur für diesen Zeitraum beträgt nur 0,2 °C. Laut DWD wurden die bisher wärmsten Winter (1974/75 und 1989/90) gleich um erstaunliche 0,7 °C übertroffen. Auf Helgoland war es mit einem Mittel von 7,1 °C wärmer als es üblicherweise in Marseille ist.

Ursache für diese außergewöhnlichen Temperaturen waren anhaltende Südwest- und Westwetterlagen, die sehr milde Luftmassen nach Deutschland führten.

Der Orkan "Kyrill" verursachte am 18./19. Januar schwere Schäden.

Frühjahr 2007: außergewöhnlich warm und sonnig - etwas zu feucht bei extremen Schwankungen

Laut Deutschen Wetterdienst (DWD) hat
der meteorologische Frühling 2007 (März-Mai), nach einem Rekordherbst 2006 und einem Rekordwinter 2006/2007, ebenfalls eine neue Höchstmarke bei der Temperatur gesetzt. Es war der wärmste Frühling seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahre 1901. Die Mitteltemperatur aller drei Monate betrug 10,6 Grad Celsius (°C) und lag damit um 2,9 Grad (!) über dem klimatologischen Durchschnittswert von 7,7°C. Bisheriger Spitzenreiter war der Frühling des Jahres 2000 mit 10,0 °C. An fast allen Stationen des DWD gab es neue Temperaturrekorde. Besonders hohe positive Abweichungen von 3,3 °C gab es z.B. in Frankfurt am Main.

Bezüglich des Niederschlags zeigten sich extreme Unterschiede zwischen den drei Frühlingsmonaten. Nach einem etwas zu feuchten März (
62,9 mm statt 54,0 mm in Darmstadt, bundesweit 109 % des langjährigen Mittels) erbrachte der April eine "Jahrhundertdürre". Bei anhaltendem Sonnenschein (bundesweit 283 statt dem Normalwert von 152 Stunden) fiel an zahlreichen Orten kein Tropfen Niederschlag. Im bundesweiten Mittel wurden nur 4 mm Niederschlag registriert, das sind lediglich 7 % der erwarteten Menge. Damit ist er der trockenste Monat überhaupt seit dem Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901 (bisher: Oktober 1908 mit 4,2 mm). Der bisher niederschlagsärmste April im Jahr 1974 erbrachte immerhin noch 21,3 mm Regen. Mit Maximaltemperaturen von lokal über 30 °C erwies sich der Monat auch als der wärmste April seit 1901. Mit 11,7 °C lag er bundesweit 4,4° über dem Mittel der Referenzperiode 1961-1990, in Hessen sogar 4,7 °C darüber.

Im Mai folgte eine "Jahrhundertnässe".
Laut Deutschem Wetterdienst war es bundesweit der nasseste Mai seit Beginn der deutschlandweiten Wetterbeobachtung im Jahr 1901. In Darmstadt fiel mit 127 mm Niederschlag mehr als das Doppelte des langjährigen Mittelwertes (61,1 mm). Bundesweit lagen die Temperaturen um 2,0 Grad über dem langjährigen Mittelwert.

Insgesamt konnte im Frühjahr, trotz des sehr trockenen Aprils, der vieljährige Mittelwert des Niederschlags noch leicht überschritten werden. Mit etwa 192 Litern pro Quadratmeter (l/m², entspricht Millimetern) wurden bundesweit 103 % des Durchschnitts erreicht. Der nasse Mai führte in der Summe auch in Darmstadt zu einem etwas zu feuchten Frühjahr. Von März bis Mai fielen 191 mm (langjähriger Mittelwert 165 mm).

Sommer 2007: oftmals sehr nass und dennoch zu warm

Der meteorologische Sommer (Juni-August) erbrachte in der Wahrnehmung der Menschen einen Widerspruch: er war vielerorts zu nass und gleichzeitig zu warm.

Die Messungen des Deutschen Wetterdienstes erbrachten beim Niederschlag große regionale Unterschiede. Im Osten und Norden Deutschlands wurden ebenso wie in Nordhessen hohe Niederschlagsmengen erreicht, lokal wurden neue Rekorde gemessen. In Bayern war es dagegen eher zu trocken. Bundesweit waren alle drei Sommermonate zu nass. Mit 315 mm fielen etwa 132 % des Durchschnitts. In Darmstadt ergab sich ein Überschuss von einem Drittel (310 mm statt 235 mm im Mittel). In Frankfurt fielen 300 mm Niederschlag, in Einhausen-Jägersburg 276 mm.

Mit 17,2 °c war es im Sommer 2007 um rund 0,9 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. In Darmstadt ergibt sich durch den um 1,8 Grad zu warmen Juni eine Überschreitung des Mittelwertes von 0,5 Grad (17,9 °C statt 17,4 °C).
Im Westen Deutschlands war die Zahl der Sommertage, also Tage mit Höchstwerten von mindestens 25,0 °C, dennoch unterdurchschnittlich.

Der August 2007 war bundesweit bereits der 12. zu warme Monat in Folge.

Herbst 2007: Rückkehr zur Normalität, im Rhein-Main-Gebiet zu trocken

Nach den anhaltend zu warmen Monaten zuvor fielen die Temperaturen im Herbst 2007 (Sep.-Nov.) erstmals wieder unter den Durchschnitt. Die deutschlandweite Durchschnittstemperatur lag mit 8,2 °C um 0,6 Grad unter dem vieljährigen Mittel. In Darmstadt erreichten alle drei Herbstmonate ebenfalls nicht den Mittelwert.

Beim Niederschlag war insbesondere der extrem trockene Oktober auffällig. In Darmstadt fielen nur 7,3 mm (Normalwert 53,8 mm), bundesweit waren es mit 24 mm nur 43 % der erwarteten 56 mm. Die Niederschlagssumme der drei Herbstmonate zeigt für das Rhein-Main-Gebiet ein deutliches Defizit. Es fielen nur 120 mm statt des Mittels von 175 mm. Bei einer bundesweiten Betrachtung war der Herbst mit 195 mm statt erwarteten 183 mm dennoch zu feucht.

Der Dezember 2007 zeigte eine Zweiteilung: anfangs mild und nass, später kalt und trocken. In der Summe zeigte sich der Dezember als zu warm. In Darmstadt wurden 1,9 °C statt 1,0 °C im Mittel gemessen, bundesweit waren es 1,4 °C (Mittel 0,8 °C). Die mit den atlantischen Tiefausläufern zu Beginn des Monats kommenden Niederschläge erbrachten in Darmstadt eine Niederschlagssumme von 60,0 mm (Normalwert 52,0 mm). Deutschlandweit bleib der Dezember mit etwa 61 mm deutlich unter seinem Soll von 70 mm.

Fazit
Mit 928 mm Niederschlag war das Jahr in Deutschland deutlich zu nass, trotz des extrem trockenen Aprils und des ebenfalls niederschlagsarmen Oktober. Der langjährige Mittelwert von 789 mm wurde um 18 % überschritten. In Darmstadt betrug der Überschuss knapp 13 % (812 mm statt 720 mm im Mittel).

Gleichzeitig war das Jahr 2007 zu warm, in Darmstadt bereits das 11. Jahr in Folge. Der Mittelwert der Periode 1961-1990 von 9,2 °C wurde mit 10,8 °C im Jahr 2007 klar überschritten.

Grundwasserneubildung: mittlere Mengen im Winter, Aprildürre durch nasse Folgemonate ausgeglichen

Die leichten Niederschlagsüberschüsse im meteorologischen Winter, Frühjahr und Sommer haben erstmals seit 2004 wieder zu einer nennenswerten Grundwasserneubildung beigetragen. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. am Lysimeter Jägersburg vorherrschen, konnte von Januar bis April 2007 wieder eine nennenswerte Grundwasserneubildung gemessen werden. Nach der langen Periode geringer Grundwasserneubildung (Trockenjahr 2003, Jahre 2004 bis 2006) hat diese positive Entwicklung einen Anstieg der Grundwasserstände bewirkt.

Die extreme Dürre des Aprils bewirkte allerdings eine vorübergehende Unterbrechung der Grundwasserneubildung. Bei großen Grundwasserflurabständen, wie sie z.B. im Jägersburger und Lorscher Wald existieren, konnte trotz der feuchten Sommerwitterung seit Mai keine Grundwasserneubildung beobachtet werden.

Bei geringen Flurabständen, wie sie z.B. in den Altneckarlachen vorherrschen, führten die erhöhten Niederschläge zu einer direkten Grundwasserneubildung und einem damit verbundenen deutlichen Grundwasseranstieg.













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Veröffentlicht am: 2008-10-20 (7813 mal gelesen)

 

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