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Aktuelles: Rekordinfiltration im Jahr 2017
Geschrieben am 07.05.18  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Rekordinfiltration 2017Bildquelle: Hessenwasser
Im Jahr 2017 wurde im Hessischen Ried die Rekordmenge von 25,8 Mio. m³ infiltriert. Wie entwickeln sich die aktuelle Witterung und die Grundwasserstände 2018? 




Witterung in den letzten Monaten (Stand April 2018)

Im hydrologischen Jahr 2017 (01.11.16 - 30.11.17) entwickelte sich die Witterung extrem und gegensätzlich. Wurden in der hessischen Oberrheinebene im ersten Halbjahr noch maximal unterdurchschnittliche Niederschläge gemessen, so kippte die Witterung ab Juli 2017 wieder in die eher feuchte Richtung. In Summe erbrachte das hydrologische Jahr 2017 mäßig unterdurchschnittliche Niederschläge. Aufgrund auch im Sommerhalbjahr weitgehend ausgebliebener Grundwasserneubildung kann es wasserwirtschaftlich eindeutig als Trockenjahr eingeordnet werden.

Das hydrologische Winterhalbjahr 2018 (01.11.17 - 30.04.18) begann in den ersten drei Monaten ausgesprochen feucht. Seit Februar 2018 ist es jedoch tendenziell wieder trockener als im langjährigen Durchschnitt. Der April wird voraussichtlich nur aufgrund eines einzelnen Starkregenereignisses am 13.04.18 (30 bis 40 mm/d) normal bis zu feucht ausfallen. Insgesamt wird das Winterhalbjahr 2018 deutlich zu naß ausfallen. Die Niederschlagsabweichung der hydrologischen Halbjahre zum langjährigen Durchschnitt zeigt (Abb. 1). 



Natürliche Grundwasserentwicklung im mittleren Ried


Abb. 1: Niederschläge und natürliche Grundwasserstandsentwicklung  im mittleren Ried
Bild größer
 
© Hessenwasser 2018


Aktuelle Grundwasserstandsentwicklung (Stand April 2018)

Abb. 1 zeigt die gemessenen natürlichen Grundwasserstände in der Messstelle G50620 bei Crumstadt im Hessischen Ried als blaue Perlenschnur. Die mittige hellrote Linie markiert das langjährige Mittel der Grundwasserstände und der Niederschläge. Die hellblauen (Winter) und hellroten Säulen (Sommer) zeigen die Niederschlagsabweichung des jeweiligen Halbjahrs vom langjährigen Mittelwert. Zeigt die Säule nach oben, so war das Halbjahr nasser, zeigt die Säule nach unten, war es trockener als das langjährige Mittel.

Im langjährigen Vergleich sind im Winterhalbjahr 2017/18 - ganz im Gegensatz zum Vorjahr -deutlich überdurchschnittliche Niederschläge zu erkennen. Zu sehen ist auch, dass zwischen 2010 und 2016 erhöhte natürliche Grundwasserstände gemessen wurden. Das letzte Jahrzehnt zeigte eine erhöhte Grundwasserneubildung, auch in Folge der nassen Sommerhalbjahre 2008, 2010, 2013 und 2014. In Folge des Trockenjahres 2017 sanken die von Entnahmen und Infiltrationen unbeeinflussten Grundwasserstände nur leicht unter den langjährig mittleren Stand. Tiefe Grundwasserstände werden erst nach der Abfolge mehrerer Trockenjahre, also in Trockenperioden erreicht. Zuletzt waren dies die Jahre 1990-1993.

In den feuchten Monaten bis Februar 2018 musste zunächst der ausgetrocknete Boden durchfeuchtet werden. Erst im Dezember 2017 setzte die Grundwasserneubildung flächenhaft ein. Binnen 10 Wochen erfolgte ein sprunghafter Anstieg der Grundwasserstände um ca. 75 cm. Dies ist viel, denn die witterungsbedingt natürliche Schwankungsbreite der Grundwasserstände (1966/1976) beträgt hier +/- 1,5 m um den Mittelwert.

Ohne den Umschwung der Witterung im Februar und ohne die trockene Vorgeschichte aus 2017, wären mit hoher Wahrscheinlichkeit mittlerweile Höchstgrundwasserstände – mindestens wie 2011 und 2014 – erreicht worden. Und das mit allen Folgen für die Vernässungsgefahren im tiefer liegenden Gelände. Die tatsächliche Entwicklung hat nicht nur zum Ausgleich des Trockenjahres 2017 geführt, sondern auch zu leicht überdurchschnittlichen und 2018 jahreszeitlich normalen, natürlichen Grundwasserständen.

Die weitere Entwicklung 2018 hängt ganz von der Witterung ab. Der aktuelle Stand lässt im weiteren Verlauf derzeit sowohl Höchstgrundwasserstände, als auch sinkende, ebenso wie durchschnittliche Grundwasserstände als genauso wahrscheinlich möglich erwarten.


natürliche Grundwasserstandsentwicklung
Abb. 2: Infiltrationsgestützte Grundwasserstandsentwicklung Gernsheimer Wald
Bild größer  © Hessenwasser  2018
In allen Fällen wirkt in den von Entnahme und Infiltrationen beeinflussten Gebieten die nach Grundwasserständen in der Menge gesteuerte Infiltration stabilisierend auf die Grundwasserstände. Bei sinkenden Ständen wird sie erhöht, bei stark steigenden Grundwasserständen mit Erreichen der wasserrechtlichen Abschaltwerte sogar ganz eingestellt.

Dieses Prinzip hat sich in der langjährigen Praxis bewährt. Die Infiltration vergrößert in Nassperioden die natürlichen Vernässungsgefahren nicht und sichert die wasserrechtlich geforderten Grenzgrundwasserstände auch in Trockenperioden und damit die ökologische Verträglichkeit der infiltrationsgestützten Trinkwasserversorgung zuverlässig ab.

Als Beispiel für die Grundwasserstandsentwicklung in den mit gesteuerter Infiltration bewirtschafteten Fördergebieten ist in Abb. 2 als Ganglinie aus dem Infiltrationsbereich Gernsheimer Wald (WW Allmendfeld) dargestellt.

Die blaue Perlenschnur zeigt die Grundwasserstände, hellblau hinterlegt ist die Schwankungsbreite entsprechend dem Grundwasserbewirtschaftungsplan. Rote Linien markieren die wasserrechtlichen Grundwasserstandsvorgaben. Gelbe Säulen zeigen die Sickerwassermessung und dazu (in der absoluten Menge um den Faktor 7 überhöht) die Infiltrationsmengen im Gernsheimer Wald. Die obere blaue Linie zeigt die ansteigende Entnahmemenge des Wasserwerks. Benachbarte Entnahmen sind vereinfachend nicht mit dargestellt.

Die Grundwasserstände bewegen sich in dem durch den Grundwasserbewirtschaftungsplan vorgegebenen Rahmen und im langjährigen Mittel stabil um den Richtwert mittlerer Grundwasserstände. In der Trockenheit 2017 wurden die Infiltrationsmengen (grüne Säulen) auf das höchste bislang erreichte Niveau gesteigert.

So erreichte der WHR über alle Infiltrationsanlagen im Jahre 2017 die Rekordmenge von 25,8 Mio. m³. In gleicher Höhe wurde somit natürliches Grundwasser durch infiltriertes Brauchwasser (aufbereitetes Oberflächenwasser aus dem Rhein) für die öffentliche Trinkwasserversorgung im Leitungsverbund des Rhein-Main-Gebiets substituiert.

Ab Januar 2018 wurden die Infiltrationsmengen witterungsangepasst wieder markant reduziert und im März wiederum verhalten gesteigert.

Im Vergleich mit Abb. 1 zeigen die Grundwasserstände in Abb. 2 einen stabileren Verlauf und näher um den mittleren Richtwert. Dies ist Folge der ausgleichenden Bewirtschaftung. Die Mehrförderungen in den infiltrationsgestützten Wasserwerken bleiben ohne Beeinträchtigung der Grundwasserstände. Dies gilt dort auch für weitere Fördersteigerungen.

Zusammenfassung

Im April 2018 werden normale, jahreszeitlich angemessen erhöhte Grundwasserstände gemessen. Dies gilt sowohl für die natürliche Entwicklung im mittleren Ried, als auch in den infiltrationsbewirtschafteten Fördergebieten. Lokale Abweichungen von dieser Regel sind ggf. auf nur kleinräumig wirksame, örtliche Sondersachverhalte zurückzuführen.

Weitere Grundwasserstands-Ganglinien sind über den Menüpunkt Kartenserver verfügbar. Grundwasserstände in vernässungsgefährdeten Ortslagen oder in Nähe des Rheins und in den Mittelgebirgen sind über die Veröffentlichungen des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie unter www.hlnug.de verfügbar.

Hessen ist ein wasserreiches Land, der mengenmäßige Zustand gemäß Waserrahmenrichtlinie ist gut. Die öffentliche Wasserversorgung der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main ist auch in Trockenperioden durch das seit Jahren etablierte integrierte Ressourcenmanagement der Wasserversorgungsunternehmen sichergestellt.

Die Grundwasserstandsvorgaben des Grundwasserbewirtschaftungsplans und der Wasserrechtsbescheide werden ausnahmslos eingehalten. Dies sichert auf Grundlage der Infiltration die ökologische Verträglichkeit der Wasserversorgung auch unter nassen oder trockenen Bedingungen. Die größte Aufgabe bleibt der qualitative Schutz unserer Grundwasserressourcen.

Hessenwasser GmbH & Co. KG
Betriebsführung für den Wasserverband Hessisches Ried

Ressourcenmanagement
Volker Manger



 

 

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