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Aktuelles: Der Runde Tisch Wald und Grundwasser: Ergebnisse und Ausblick
Geschrieben am 09.09.15  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Ergebnisse Runder Tisch Bildquelle: Bodo Schmitt  / pixelio.de

Der Runde Tisch zur Verbesserung der Waldsituation in Südhessen hat im April 2015 seinen Abschlussbericht vorgelegt. Welche Ergebnisse gibt es aus Sicht der Öffentlichen Wasserversorgung? Wie könnte es zukünftig weitergehen?


Erfolgreich, aber keine einfachen Lösungen
Seit August 2012 wurde intensiv in mehreren Arbeitsgruppen und im Plenum gearbeitet. Und die Argumente wurden ausgetauscht. Neue, ergänzende Gutachten wurden beauftragt und erstellt, Sachverständige wurden gehört. Die Beteiligten haben in konstruktiver Zusammenarbeit viel Detailarbeit geleistet. Ein Vorankommen war nur mit dieser sachbezogenen Arbeit möglich. Das Ergebnis ist deutlich: Es gibt keine einfachen, kostengünstigen und schnellen Lösungen. Auch gibt es keine einfachen Finanzierungswege. Und so manche lieb gewonnene und scheinbar unumstößliche Wahrheit oder einfache Lösung hat sich bei näherem Hinsehen doch relativiert. Die örtlichen Gegebenheiten sind zu komplex und unterschiedlich.

Dennoch steht im Ergebnis ein einvernehmliches Ergebnis, das den Wald in Südhessen stabilisieren kann. Deshalb ist dem Runden Tisch ein großer Erfolg zu bescheinigen. Dafür sei allen Beteiligten an dieser Stelle herzlich gedankt. Besonders gilt dieser Dank dem stets optimistischen Leiter, Herrn Dr. Bernd Kummer. Der Runde Tisch hat den Blick konsequent auf die Zukunft gerichtet und langfristig gangbare Lösungswege aufgezeigt. Diese sind zwar mehr oder minder konstenintensiv, aber nach dem neuesten Kenntnisstand die einzig fachlich fundierten und Erfolg versprechenden Ansätze.

Waldumbau steht im Vordergrund

Der Abschlussbericht mit allen Gutachten und Protokollen ist unter www.rundertisch-hessischesried.de verfügbar. Die Empfehlungendes Abschlussberichtes für ein Maßnahmenbündel bedeuten zunächst erhebliche Veränderungen in der Forstwirtschaft Südhessens. Unter den Bedingungen des sich verschärfenden Klimawandels in Südhessen geben sie eine Zukunftsperspektive. Dies für naturschutzfachlich wertvolle, feuchte Waldbestandteile, ebenso wie für die notleidenden Wälder, die nie einen Grundwasseranschluss hatten. Ein „weiter so wie bisher“ würde zwar nicht das Ende des Waldes in Südhessen bedeuten, aber auch die Teile mit vor 200 Jahren begründeten naturschutzfachlich wertvollen Eichen-Hainbuchen und Buchen-Mischwäldern (FFH-Lebensraumtypen 9160 und 9130) würden sich in Jahrzehnten in trockene Waldgesellschaften verwandeln und ihre naturschutzfachliche Funktion verlieren. In den Natura-2000-Schutzgebieten ist dies europarechtlich nicht zulässig und das Land Hessen ist zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Daher sind für diese Teilflächen besondere Erhaltungsmaßnahmen vorgesehen. Vorrangig sind diese waldbaulicher Art zur Förderung der Eiche und deren Naturverjüngung, falls erforderlich ergänzt durch Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfeuchte. Für die weit überwiegenden anderen Flächen sind waldbauliche Maßnahmen zur Anpassung an die spätestens seit 1970 veränderten Standortverhältnisse und an den Klimawandel die einzige Möglichkeit. D.h. angepasste Baumarten müssen gepflanzt und die Pflegemaßnahmen intensiviert werden. Der Wildbesatz muss auf ein verträgliches Niveau reduziert werden.


Flächenanteile der geschädigten Wälder
Abb. 1: Flächenstatistik Wälder in Südhessen gemäß Klassifizierung Hessen-Forst
© BGS Umwelt 2015


Nach dieser Ergebniskurzfassung sollen die folgenden 6 Aspekte hervorgehoben werden:


1. Um wie viel Waldfläche geht es?


Entsprechend dem Landtagsauftrag vom 15.03.2012  geht es um alle Waldgebiete in Südhessen südlich der B486 und westlich der B3. Insgesamt sind dies nach Auswertungen des Büros BGS Umwelt ca. 19.600 ha (Abb. 1). Der Anteil der Wälder innerhalb der Machbarkeitsstudie zur Grundwasseraufspiegelung beträgt davon ca. 28%. Der Anteil damit potentiell mit Flurabständen von weniger als 2,5 m herstellbaren Flächen beträgt dabei maximal 13% (davon liegen ca. 3% im Gernsheimer Wald). 25% der Waldflächen waren nicht betrachtungsbedürftig (geschädigt). 58% der Wälder waren bis 1976 von Grundwasserabsenkungen betroffen, die seither - zuletzt mit dem Grundwasserbewirtschaftungsplan - aufgrund der z.B. 2000 bis 2003 erlebten Vernässungen (Gebäude, Landwirtschaft) nur teilweise rückgängig gemacht werden können.

2. Ist das Grundwasser der zentrale Hebel zur Sicherung der Waldzukunft?

Die Gutachten lassen diese Frage klar verneinen. Vielfältige Schadfaktoren sind für den Zustand des Waldes und die fehlende Naturverjüngung verantwortlich. Eine Gleichsetzung einer Grundwasseraufspiegelung mit einer flächendeckenden Waldsanierung ist unzutreffend. Aufspiegelung ist im Kontext mit FFH-Schutzzielen eine Option. Der Klimawandel lässt den Resten der vom Menschen begründeten sekundären Eichenwälder ohne weitere Maßnahmen kaum eine Chance. Grundwasseranschluss alleine würde nicht ausreichen und eine Vollumsetzung der Machbarkeitsstudie würde – bei enormen Kosten und negativer Öko- und CO2-Bilanz – auch nur relativ geringe Waldflächen (etwa 10%) erreichen können. Die negative Kosten-Nutzen-Analyse ist somit nachvollziehbar.

3. Was kann getan werden?


Zuerst sind es waldbauliche Anpassungsmaßnahmen (verkürzt: v. a. angepasste Baumarten). In FFH-Gebieten müssen Eichen-Altbestände geschont und ggf. aus der Holznutzung genommen werden. Hier kann teilweise und zusätzlich eine Verbesserung der Bodenfeuchte versucht werden. Dies entweder über neuartige Methoden zur temporären Waldbewässerung oder/und kleinräumige Grundwasseraufspiegelungen mit Vernässungsschutzmaßnahmen. Für beides sind zunächst Pilotprojekte im Gespräch, denn Erfolgsgarantien oder langjährige Erfahrungen bestehen nicht.

4. Warum passiert noch nichts?

Der Runde Tisch hat im Auftrag der Landtags erstmals fundierte Vorschläge unterbreitet. Nun wird sich der Hessische Landtag zu den Ergebnissen eine politische Meinung bilden. Will der Gesetzgeber den Vorschlägen des Runden Tischs folgen, sind Organisations- und Finanzierungsfragen zu klären. Der runde Tisch konnte hierzu nur Vorschläge unterbreiten. Zunächst sind auf der aktuellen Grundlage politische Beschlüsse erforderlich.

Festzuhalten ist, dass die Zuständigkeit für den Wald bei den Waldeigentümern und die Zuständigkeit für die Funktionsfähigkeit der FFH-Gebiete beim Land Hessen liegt. Diese Aufgabe kann nicht von den Wasserversorgern und nicht in deren Wasserrechtsverfahren, die am Grundwasserbewirtschaftungsplan und dem seit 50 Jahren bestehenden Status quo zu messen sind, gelöst werden. Insbesondere die kommunalen Waldbesitzer sind mit den Folgekosten des Klimawandels und der Einschränkungen durch FFH-Gebiete finanziell überfordert. Bekannt ist auch, dass für Sonderabgaben zugunsten des Walds hohe Hürden gesetzt sind.

5. Welche Aufgabe hat die Politik?

Aufgabe der Landespolitik ist es abzustecken, in welchem Umfang, finanziellen Rahmen und welchem Zeitraum, wo und welche Maßnahmen zum Waldumbau und zu den weiteren Vorschlägen des Runden Tischs in Angriff genommen werden. Dabei sind Abstimmungen mit den kommunalen Waldbesitzern erforderlich. Über die Zielausgestaltung sind Abstimmungen zwischen Waldeigentümern und Naturschutzverbänden herbeizuführen. Umsetzungen erfolgen im Rahmen der Forsteinrichtung.

Hinsichtlich der FFH-Gebiete sind rahmensetzende Entscheidungen aus den in Aufstellung befindlichen Natura-2000-Maßnahmenplänen zu erwarten. 
Über ergänzende Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfeuchte ist zu entscheiden, ob und in welchem Rahmen, wo Pilotprojekte zur Oberflächenbewässerung oder kleinräumiger Aufspiegelung mitsamt Vernässungsschutzmaßnahmen sinnvoll und finanzierbar sind. Bezüglich aller Umsetzungen muss ein zuständiger Träger festgelegt und die Finanzierung der Maßnahmen geregelt und auf Jahrzehnte hinaus gesichert werden, weil Erfolge im Wald erst nach Jahrzehnten nachweisbar werden können.

6. Ausblick aus Sicht der Wasserversorgungsunternehmen

Die Wasserversorgungsunternehmen unterstützen die Vorschläge des Runden Tischs. Über ihre Beteiligung am Wasserverband Hessisches Ried haben Sie angeboten, für wasserbedürftige Maßnahmen und Pilotprojekte kurzfristig und außerhalb von Trockenperioden bis zu 6 Mio. m³/a aufbereitetes Rheinwasser zu den verbandsgültigen Entgelten zur Verfügung stellen. Auch kann der WHR sein Know-How einbringen und ggf. Dienstleistungen erbringen. Schwankende Grundwasserstände und Vernässungsgefahren kann der WHR jedoch nicht beseitigen, sie sind natürlich verursacht.

Der WHR sichert im Bereich seiner Mitglieder jedoch die zulässige Grundwasserstandsbandbreite des Grundwasserbewirtschaftungsplans (Status quo) unter den seit Jahren erfolgenden Mehrförderungen für die öffentliche Wasserversorgung.
Diese werden durch Mehrinfiltration grundwasserstandsneutral gestaltet (Abb. 2). So erweist sich der WHR auch aktuell als sicherndes Element der regionalen Wasserversorgung. Aktuell zeigen sich im Sommer 2015 im Hessischen Ried trotz Trockenheit überwiegend mittlere Grundwasserstände.  Sie sind über den Menüpunkt Kartenserver verfügbar.


Ganglinie Messstelle G50580
Bild größer  ©  Hessenwasser 2015
 
Hessenwasser GmbH & Co. KG
Betriebsführung für den Wasserverband Hessisches Ried
Ressourcenmanagement
Volker Manger

© Startbild: Bodo Schmitt  / pixelio.de


 

 

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