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Aktuelles: Juni 2013: Die Natur zeigt Ihre Macht über das Grundwasser
Geschrieben am 04.09.13  Optionen: Druckversion Artikel versenden

RegenschauerDrei Starkregentage bewirkten einen selten starken Grundwasseranstieg, Hochwasser verschärfte die Lage. Im Einflussbereich der Infiltration war der Grundwasseranstieg geringer, als natürlich. Bis zum April 2013 verlief das Jahr in etwa durchschnittlich. Niederschläge, Grundwasserneubildung und Grundwasserstände im Ried entsprachen in Summe etwa den jahreszeitlichen Mittelwerten. Dies änderte sich jedoch Ende Mai / Anfang Juni schnell und drastisch.



Normalerweise endet mit dem Beginn des Sommerhalbjahres im Mai auch die natürliche Grundwasserneubildung. Der Niederschlag verdunstet oder wird von der Vegetation aufgenommen. Normalerweise schlägt sich auch der Niederschlag nicht sofort und in vollem Umfang auf die Grundwasserneubildung nieder. Anders ist es bei sehr hohen Regenmengen: Dann wird der Bodenspeicher sehr schnell aufgefüllt, die Verdunstung wird vernachlässigbar und es setzt die Grundwasserneubildung rasch und in hohem Umfang ein. Selten und nur in Nassjahren findet damit auch im Sommerhalbjahr eine erhebliche Grundwasserneubildung statt. Die Folge sind Grundwasserstandsspitzen wie im Juni 2013.


Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 1: Natürliche Grundwasserstandsentwicklung mittleres Ried 
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© Hessenwasser 2013
Starkniederschläge und Hochwasser: hohe Grundwasserneubildung im Sommer

Am 26.05., am 31.05 und am 08.06. fanden in kurzer Folge drei Starkregenereignisse statt. Es fielen auf den Quadratmeter jeweils Regenmengen zwischen mindestens 15 und fast 40 Liter. Insgesamt addierten sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen zwischen Ende Mai und Anfang Juni die Niederschläge an der Station Mannheim auf 75 Liter, an der Station Eschollbrücken auf 95 Liter und an der Station Frankfurt auf 82 Liter. Im gesamten Mai 2013 wurden je Quadratmeter an der Station Jägersburg 155 Liter gemessen, an der Station Eschollbrücken 143 Liter. Das ist mehr als das Doppelte des langjährigen Monatsmittelwerts. Die Absickerung in den Untergrund an diesen beiden Stationen betrug im Mai und auch im Juni allerdings das 4- bis 13-fache der im langjährigen Mittel üblichen Mengen. Dies verdeutlicht, dass Niederschlag und Grundwasserneubildung recht komplex zusammenhängen.

Verschärfend kam das Hochwasser der Fließgewässer hinzu. Über weite Strecken infiltrieren diese Gewässer in das Grundwasser und zwar umso mehr, je höher die Pegelstände steigen. So gelangten zum Beispiel entlang der Weschnitz zwischen Heppenheim und Biblis erhebliche Wassermengen in das Grundwasser und führten dort lokal zu einem zusätzlichen Anstieg. Gleichzeitig behinderte der hohe Rheinwasserpegel den Abfluss des Grundwassers und führte bis nahe an den Rand der Riedwälder zu einem Rückstau im Grundwasser.

Das Ergebnis ist in Abbildung 1 dargestellt. Es ist die Ganglinie einer von Entnahmen und Infiltrationen unbeeinflussten Grundwassermessstelle zwischen Crumstadt und Stockstadt. Sie zeigt als blaue Perlenschnur die natürliche Grundwasserstandsentwicklung im mittleren Ried bei mittleren Grundwasserflurabständen. Hier ist seit dem November 2012 ein markanter winterlicher Anstieg der Grundwasserstände um 0,57 m zu erkennen, der dann von März bis Anfang Mai zum Stillstand gekommen war. Doch anstelle wie üblicherweise im Sommerhalbjahr zurückzugehen, stieg der Grundwasserstand aufgrund der beschriebenen Extremereignisse um weitere ca. 0,4 m an. Seit November addierte sich der natürliche Grundwasseranstieg somit auf fast einen Meter. Damit wurden innerhalb weniger Wochen höhere Grundwasserstände erreicht, als im Januar 2011 und so hohe, wie sonst nur in Nassperioden, zuletzt 2001-2003 oder 1981-83.


Grundwasserstände bei Allmendfeld
Abb. 2: Infiltrationsbeeinflusste Grundwasserstandsentwicklung westlich Jägersburger Wald
Bild größer  © Hessenwasser  2013
Die mittige orangefarbene Linie markiert das langjährige Mittel der Grundwasserstände und der Niederschläge. Die hellblauen (Winterhalbjahr) und hellroten Säulen (Sommerhalbjahr) zeigen die Niederschlagsabweichung des jeweiligen Halbjahrs vom langjährigen Mittelwert. Zeigt die Säule von der Mittellinie nach oben, so war das Halbjahr zu nass, zeigt die Säule nach unten, war es zu trocken. Die letzte Säule zeigt das am 30.04.13 zu Ende gegangene Winterhalbjahr, da das Sommerhalbjahr noch nicht abgeschlossen ist.

Geringer war der Grundwasseranstieg in den von der Infiltration beeinflussten Gebieten. Hier werden die Grundwasserstandsvorgaben des Grundwasserbewirtschaftungsplans wegen der im selben Raum bestehenden Entnahmen nur mit der Infiltration des WHR eingehalten. Daher kann durch verringerte Infiltration ein Grundwasserstandsrückgang bewirkt werden, der dem natürlichen Grundwasseranstieg entgegen wirkt. In der Summe der Auswirkungen von erhöhter Grundwasserneubildung, verringerter Infiltration und unveränderter Entnahme, resultiert damit ein gedämpfter Anstieg. Dies zeigt sich in Abbildung 2 am Beispiel der Ganglinie der GWM 544208 am Westrand des Jägersburger Walds.

Auch hier ist von November 2012 bis März 2013 ein Anstieg des Grundwasserstands zu erkennen, allerdings nur um 0,35 m Meter. Aufgrund der natürlichen Grundwasserneubildung stieg auch hier ab Ende Mai der Grundwasserstand weiter an. Da mit den steigenden Grundwasserständen die Infiltration zeitnah verringert wurde, war der weitere Anstieg mit 0,37 m erneut geringer, als in der unbeeinflussten Vergleichsmessstelle G50620.

Westlich des Jägersburger Walds werden damit Grundwasserstände erreicht, die nur wenig unter denen des Januars 2011 liegen und die so hoch liegen, wie sonst nur in Nassperioden, zuletzt 2001-2003 oder Anfang der 1980er Jahre. Seit Oktober addierte sich hier der Anstieg dank verringerter Infiltration bei andauernden Entnahmen nur auf 0,72 m.


Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 3: Grundwasserstandsentwicklung südlich der Weschnitz bei Lampertheim Eschollbrücken
Bild größer  
© Hessenwasser 2013
Ein Blick auf die GWM 544267 am Ostrand der Ortslage Biblis zeigt im Vergleich mit den beiden bereits diskutierten Beispielmessstellen folgendes Bild: Grundwasseranstieg zwischen Oktober und März: +0,49 m, zwischen März und Juni: +0,5 m, Gesamtanstieg ca. 1 m. Damit ist der Anstieg der Grundwasserstände in der Ortslage Biblis – analog wie an G50620 – eindeutig durch die natürliche Grundwasserneubildung geprägt und nicht mehr durch Infiltrationseinfluss, wie im und am Jägersburger Wald. Der Grundwasserbewirtschaftungsplan mit Richtwert und natürlicher Schwankungsbreite wird in der Ortslage Biblis völlig unabhängig von der Infiltration des WHR und lokal aufgrund von seit den 1990er Jahren verringerten Entnahmen erreicht.

Im Sommer 2013 werden im Ried überdurchschnittliche bis sehr hohe Grundwasserstände erreicht. Mit am höchsten ist dabei das Grundwasserstandsniveau südlich der Weschnitz, wie es die Abbildung 3 zeigt. Mitursächlich sind hier die in den letzten Jahrzehnten stark verringerten Grundwasserentnahmen beidseits der Landesgrenze Hessen / Baden-Württemberg.

Informationen über die Grundwasserstandsentwicklung im Ried sind über den Menüpunkt Kartenserver verfügbar. Weitere Messwerte für Hessen sind auf der Homepage des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie unter www.hlug.de abrufbar.


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© Startbild: particula / photocase.com


 

 

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