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Aktuelles: Winter 2011/12 zu trocken, Infiltration in Betrieb, Ausnahme: Jägersburg
Geschrieben am 26.03.12  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Grundwasserstände und WaldGefühlt war der Winter nass und dann doch kalt. Das Gefühl trügt bei der Witterung aber nicht selten. Die Messwerte vor Ort im Ried sprechen eine klare Sprache: Gegenüber dem jahrzehntelangen Durchschnitt war das Winterhalbjahr seit November bislang in der Summe etwas zu warm und auch zu trocken. Dies zeigt sich ebenfalls in der aktuellen Grundwasserstandsentwicklung.



Die Witterung der letzten 4 Monate setzte die starke Wechselhaftigkeit des Vorjahres fort. Der November war zu warm und brachte im Ried keine oder nur sehr geringe Regenmengen. Dafür fiel der Dezember deutlich zu nass aus, ohne jedoch das Defizit des Novembers aufzuholen. Auch der Januar blieb zu warm und leicht zu nass. Das Regendefizit der Vormonate konnte damit gebietsweise knapp, aber nicht überall vollständig ausgeglichen werden. Dann folgte der große Wechsel und der kalte Februar brachte erneut Trockenheit, verbreitet wurden nur 20-25% der mittleren Monatsniederschlagsmenge erreicht. Im März setzt sich mit Wärme die Trockenheit weiter fort. Grund genug hier wieder einmal auf die Grundwasserstände und deren weitere wahrscheinliche Entwicklung zu blicken.

Wie auf Grundwasser-Online schon mehrfach erläutert, entwickeln sich die Grundwasserstände langsamer und ausgeglichener als die Witterung. Im heutigen Grundwasserstand spiegelt sich die Witterung vieler Vormonate bis Vorjahre. Für deren weitere Entwicklung ist ebenso ausschlaggebend, ob die aktuelle Witterung auf bereits hohe oder tiefe Grundwasserstände trifft. Sie wirkt sich dadurch unterschiedlich stark auf die weitere Entwicklung aus. Lokale Abweichungen in der zeitlichen Entwicklung der Grundwasserstände resultieren zudem aus den örtlich recht unterschiedlichen Grundwasserflurabständen.

Abbildung 1 zeigt als blaue Perlenschnur die natürliche Grundwasserstandsentwicklung im mittleren Ried bei mittleren Grundwasserflurabständen von ca. 3,5 m. Die mittige orangefarbene Linie markiert das langjährige Mittel der Grundwasserstände und der Niederschläge. Die hellblauen (Winterhalbjahr) und hellroten Säulen (Sommerhalbjahr) zeigen die die Niederschlagsabweichung des jeweiligen Halbjahrs vom langjährigen Mittelwert. Zeigt die Säule von der Mittellinie nach oben, so was das Halbjahr zu nass, zeigt die Säule nach unten, war es zu trocken. Die aktuelle Säule mit der wie oben beschrieben, aktuell zu trockenen Situation, kann noch nicht dargestellt werden, weil das bis Ende April laufende Winterhalbjahr 2011/12 noch nicht abgeschlossen ist.


Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 1: Naturliche Grundwasser im mittleren Hessischen Ried Bild größer  © Hessenwasser 2012
Mit Abbildung 1 ist die natürliche Grundwasserstandsentwicklung wie folgt zu charakterisieren: Vor einem Jahr wurde trotz eines ebenfalls zu trockenen Winters 2010/11 wegen des vorangegangenen sehr nassen Sommerhalbjahrs dennoch ein starker Anstieg hin zu Grundwasserhochständen gemessen. Im Winter 2011/12 ist dagegen nur ein unüblich geringer Anstieg der Grundwasserstände zu messen, weil die erneut unterdurchschnittlichen Winterniederschläge anders als im Vorjahr nun auf eine geringe Vorfeuchte im Untergrund trafen. Daher werden im mittleren Ried derzeit natürliche Grundwasserstände nur wenig über dem langjährigen Mittelwert gemessen. Durch örtlich wirksame Einflüsse gibt es zwar Abweichungen davon, aber der Trend fällt überall ähnlich aus: Die aktuellen Grundwasserstände liegen überall tiefer als vor einem Jahr. Dieser Unterschied zum Vorjahr fällt umso geringer aus, je weiter südlich man sich befindet: Insbesondere südlich der Weschnitz und damit ohne jeglichen Infiltrationseinfluss werden aufgrund der gemäß Grundwasserbewirtschaftungsplan eingeschränkten Grundwasserförderungen weiterhin deutlich über den mittleren Richtwerten liegende Grundwasserstände gemessen. Erkennbar ist dies in Abbildung 2 für eine Messstelle im Raum Einhausen / Lorsch. Dort fiel der Rückgang der hohen Grundwasserstände 2011 tendenziell geringer aus, als nördlich der Weschnitz. Somit sind südlich und entlang der Weschnitz die seit 2010 erneut aufgetretenen Vernässungsproblematiken weiterhin präsent, während in den anderen Gebieten diese witterungsbedingten Gefahren derzeit kaum mehr bestehen.

Anders verhält es sich in den von der Infiltration des WHR beeinflussbaren Gebieten im mittleren Hessischen Ried. Beispielhalt steht hier in Abbildung 3 eine Messstelle aus dem Bereich Allmendfeld / Gernsheimer Wald. Hier konnten durch umsichtige Infiltrationssteuerung und günstige Witterungseinflüsse, die Grundwasserstände aktuell auf die mittleren Richtwerte eingestellt werden.

Anders als in den von der Infiltration nicht beeinflussbaren Gebieten, konnte hier nach Anfang 2011 das Abfließen der Grundwasserhochstände durch Verringerung der Infiltration verstärkt und beschleunigt werden, so dass hier die witterungsbedingten Hochstände von Anfang 2011 nun gänzlich abgeflossen sind. Nach dem nun wahrscheinlich zweiten zu trockenen Winter in Folge, ist für die kommenden Sommermonate eine Stabilisierung der Grundwasserstände durch wieder erhöhte Infiltration erforderlich. Daher wurde nach dem Ende der jährlichen Revisionsarbeiten, der Anfang Januar 2012 unterbrochene Infiltrationsbetrieb am 07.03.2012 wieder aufgenommen. Die Infiltrationsmengen wurden an die aktuellen Grundwasserstände angepasst. Ausgenommen bleiben muss derzeit noch der Bereich Jägersburger Wald. Hier ist bis heute eine Entscheidung der Behörden über die Fortführung des Ende 2011 ausgelaufenen Wasserrechts zur Infiltration leider nicht erfolgt. Die Infiltration ist umso notwendiger, als nördlich des Mains in Hessen aufgrund des eher trockenen Jahres 2011 aktuell bereits überwiegend Grundwasserstände von deutlich unter den langjährigen Mittelwerten und weiter unter den Vorjahresständen gemessen werden. Informationen aus diesen Gebieten sind auf der Homepage des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie unter www.hlug.de abrufbar. Dadurch könnte das infiltrationsgestützte Hessische Ried 2012 die Ausgleichfunktion für eine an anderer Stelle in Hessen aus ökologischen Gründen rückläufige Grundwasserförderung wahrnehmen müssen. Dafür sind die Infiltration und die zeitnahe Bescheidung der beantragten Wasserrechte erforderlich.


Grundwasserstand nahe Allmendfeld

Abb. 2: Entwicklung der Grundwasserstände südlich der Weschnitz
Bild größer  
© Hessenwasser  2012

Fazit:
Aktuell werden im Ried nahezu mittlere Grundwasserstände gemessen, nur südlich der Weschnitz auch noch erhöhte Grundwasserstände. Nördlich des Mains dominieren dagegen bereits eher unterdurchschnittliche Grundwasserstände. Weitere Informationen über die aktuelle Grundwasserstandsentwicklung im Ried sind hier über den Menüpunkt Kartenserver verfügbar.

Nach einer aufgrund überdurchschnittlicher Grundwasserstände 2011 unterdurchschnittlichen Infiltration, hat Anfang März 2012 die Infiltration wieder mit etwa mittleren Mengen begonnen. Sie wird bei weiter rückläufigen Grundwasserständen im Sommerhalbjahr entsprechend erhöht werden und die Grundwasserstände auf mittlerem Niveau stabilisieren. Angesichts ernst zu nehmender Prognosen über ein trockenes Frühjahr und ein möglicherweise zu trockenes Jahr 2012 bleibt zu hoffen, dass auch im Jägersburger Wald wieder die Fortsetzung der Infiltration zur Vermeidung absinkender Grundwasserstände genehmigt wird.

Die Zeichen für die weitere natürliche Grundwasserneubildung 2012 stehen derzeit nach allen Langfristprognosen für die Witterung auf „unterdurchschnittlich“. Insofern ist im kommenden Sommer nach zwei zu trockenen Wintern und dem nunmehr erreichten mittleren Grundwasserstandsniveau, ein eher überdurchschnittlicher Grundwasserstandsrückgang auf dann unterdurchschnittliche Grundwasserstände die derzeit wahrscheinlichste Möglichkeit. Dies erfordert ein entsprechendes Gegensteuern durch die Infiltration des WHR.


Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 3: Entwicklung der infiltrationsgestützten Grundwasserstände im Gernsheimer Wald 
Bild größer  
© Hessenwasser 2012

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Betriebsführung für den Wasserverband Hessisches Ried
Ressourcenmanagement
Volker Manger




© Startbild: froodmat / photocase.com




 

 

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