Hessenwasser Stadtwerke-Mainz Wasserwerk Gerauer Land Wasserverband Hessisches Ried Riedgruppe-Ost Elektrizitätswerk Rheinhessen AG Regierungspräsidium-Darmstadt
::Startseite ::Suchen ::Sitemap :: Login       
Grundwasserstand
Aktuelle Messwerte

° Motivation
° Ziele
° Partner
° Fakten

° Aktuelles
° Niederschlag
° Grundwasserstand
° Messstellen/Kartenserver
° Pegelstände
° Flurabstand

° Naturraum
° Grundwasser
° Technik
° Recht
° Links


° Impressum

Aktuelles: 2011: Bocksprünge der Witterung und am Ende normalisierte Grundwasserstände
Geschrieben am 07.12.11  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Grundwasserstände und Wald Meldungen über sinkende Grundwasserstände und wegen zu hoher Entnahme sterbendem Wald in Südhessen waren in den letzten Monaten häufig zu lesen, so im „Darmstädter Echo“ vom 20.10.2011. Grund genug, die Grundwasserstände aktuell unter die Lupe zu nehmen. Über die Internetseite Grundwasser-Online oder die der Hessischen Landesanstalt für Umwelt (www.hlug.de) können aktuelle Grundwasserstände jederzeit abgerufen werden. Was sagen die Messwerte über die Bilanz des hydrologischen Jahres 2010/11 aus?


Die Witterung in den letzten 12 Monaten sprang von einem Extrem in das Andere. Nur gut, dass sich dazu die Grundwasserstände stets verlangsamt und ausgeglichener entwickeln, weil sich in ihrer Entwicklung auch die Witterung vieler Vormonate bis Vorjahre widerspiegelt.

Es begann mit einem leicht erhöhten Grundwasserstandsniveau vor 12 Monaten, das auf einen nassen Sommer und trockenen Herbst 2010 zurückzuführen war. Nach einem nassen Dezember und Januar entwickelten sich schnell sehr hohe Grundwasserstände. Es folgten von Februar bis Mai sehr trockene Monate, so dass die Grundwasserstände bis zum Sommer etwa auf das Mittelmaß des Grundwasserbewirtschaftungsplans zurückgingen. Eine Ausnahme ist das Gebiet südlich der Weschnitz mit ganzjährig deutlich über den Richtwerten verbleibenden Ständen. Hier stabilisieren Entnahmeverringerungen die Grundwasserstände auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Infiltriert wird in diesem Raum nicht. Der nasse Sommer von Juni bis August brachte den Grundwasserstandsrückgang zum Stillstand, örtlich auch einen geringen Anstieg. Durch den trockenen Herbst blieben die Grundwasserstände kaum verändert und zumeist leicht über den Richtwerten des Bewirtschaftungsplans.

Die Infiltration erreichte 2011 die geringste Menge seit Ende der letzten Nassperiode (2003). Aufgrund der hohen Grundwasserstände erfolgte von Januar bis Mai zunächst keine Infiltration, danach wurden nur relativ geringe Mengen versickert (Abbildung 1).


Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 1: Infiltrationsmengen des Wasserverbandes Hessisches Ried 1989 - 2011 Bild größer  © Hessenwasser 2011
Wie sich die natürlichen Grundwasserstände im Vergleich zu den infiltrationsbeeinflussten Grundwasserständen entwickelt haben, zeigt ein Vergleich von zwei Grundwasserganglinien. Abbildung 2 zeigt die natürliche Grundwasserstandsentwicklung an einer von Infiltration und Entnahme unbeeinflussten Messstelle (G50620), die folgende Abbildung 3 zeigt die Entwicklung an einer infiltrationsbeeinflussten (527260) Grundwassermessstelle.

Abbildung 2 zeigt, wie die natürlichen Grundwasserstände mit einer örtlich typischen Zeitverzögerung auf einen Regenüberschuss oder ein Defizit in Sommer bzw. Winterhalbjahren bzw. einer Abfolgekombination reagieren. Das Winterhalbjahr 2010/11 war zu trocken, das Sommerhalbjahr etwa ausgeglichen, in Summe war es zu trocken. So kommt es zu einem natürlichen Grundwasserstand nahe am Mittelwert, hier aktuell zu einem natürlich leicht überdurchschnittlichen Grundwasserstand.

Abbildung 3 zeigt einen zunächst von vielfältigen und hohen Entnahmen bis etwa 1993 dominierten Verlauf der Grundwasserstände. Seither wirkt hier die ausgleichende Stützung durch die an Grundwasserstände angepasste Infiltration, so dass hier der Grundwasserstandsverlauf wieder ähnlich der natürlichen Entwicklung ist. Durch unterdurchschnittliche Infiltration konnte hier 2011 der Grundwasserstand trotz durchschnittlicher natürlicher Rahmenbedingungen etwas stärker bis auf den mittleren Richtwert herangeführt werden. Umgekehrt wird in trockenen Jahren durch verstärkte Infiltration der Rückgang vermindert.


Grundwasserstand nahe Allmendfeld

Abb. 2: Entwicklung der Grundwasserstände an der Messstelle G50620 mit Niederschlagsverteilung in Eschollbrücken
Bild größer  
© Hessenwasser  2011

Fazit:
Zum Ende des Herbsts 2011 besteht im mittleren Hessischen Ried ausreichend Raum für den erwarteten normalen winterlichen Grundwasseranstieg. In den Infiltrationsbereichen wurde dieser „Puffer“ durch umsichtige Steuerung sogar leicht vergrößert. Fällt der Winter zu trocken aus, kann das Grundwasserneubildungsdefizit durch erhöhte Infiltrationsmengen ausgeglichen werden. Somit bestehen gute Voraussetzungen, dass 2012 im mittleren Ried wahrscheinlich weder extrem hohe, noch extrem tiefe Grundwasserstände auftreten sollten.Die „durchschnittlichen“ Richtwerte des Bewirtschaftungsplans knüpfen an die hohen Grundwasserstände der frühen siebziger Jahre an, wie es im Vergleich über 50 Jahre deutlich erkennbar wird. Deren weitere Anhebung ist durch die bekannte Vernässungsproblematik begrenzt. Das gilt auch für die Waldgebiete.

Die Grundwasserstände sind 2011 vom zweithöchsten Monatsstand seit 1970 in einem normalen „Sommerumfang“ zurückgegangen, was für Entspannung bei den natürlich verursachten Vernässungen geführt hat. Seit 1999 der Grundwasserbewirtschaftungsplan in Kraft ist, liegt die witterungsbedingte Schwankungsbreite auf demselben stabilen Niveau. Ein dauerhafter Grundwasserstandsrückgang ist seit Jahrzehnten nicht messbar. Insgesamt hat über die letzten 20 bis 30 Jahre gesehen sogar tendenziell ein Grundwasseranstieg stattgefunden. Allerdings werden die sehr hohen Ausgangsgrundwasserstände der 1960er Jahre nicht mehr ganz erreicht. Dies auch, weil ansonsten weite Teile des Rieds vernässen würden.

Der Grundwasserbewirtschaftungsplan hat zu einer Stabilisierung der Grundwasserstände im Ried geführt, konfliktfreie Alternativen dazu gibt es nicht. Aufeinander abgestimmte Entnahme und Infiltration erfüllen diesen Plan. Veränderungen bei der Entnahme führen zu entsprechend angepasster Infiltration.

Nach Einschätzung von Fachleuten wird es im Ried trotz Klimawandel und anderen Umwelteinflüssen immer Wald geben, der sich mit veränderter Baumartenzusammensetzung an die künftigen Standortbedingungen anpassen wird.

Infiltrationsmengen des WHR

Abb. 3: Entwicklung der Grundwasserstände an der Messstelle 527260 (Allmendfeld)  Bild größer  © Hessenwasser 2011

Hessenwasser GmbH & Co. KG
Betriebsführung für den Wasserverband Hessisches Ried
Ressourcenmanagement
Volker Manger




© Startbild: designritter / photocase.com

 

 

ein kostenloser Informationsdienst von :
EWR Hessenwasser Riedgruppe-Ost Regierungspräsidium Darmstadt Wasserwerk Gerauer Land Stadtwerke Mainz AGWasserverband Hessisches Ried

Alle Logos und Markenzeichen auf dieser Seite unterliegen dem Copyright der jeweiligen Besitzer. Alle anderen Artikel und Beiträge unterliegen dem Copyright © 2002-2006 von Grundwasser-Online. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stehen im Verantwortungsbereich des jeweiligen Verfassers.