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Aktuelles: Anhaltende Trockenheit: zur Vorsorge teilweise Inbetriebnahme der Infiltration
Geschrieben am 20.05.11  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Trockenrisse im Boden Seit Februar 2011 ist es zu trocken. Seither gehen die hohen Grundwasserstände unterschiedlich stark, jedoch stetig zurück. Sie sind aber noch auf überdurchschnittlichem Niveau. Daher wurde bisher die Infiltration noch nicht in Betrieb genommen. Wegen eines weiteren Rückgangs der Grundwasserstände und zur Vorsorge für ein Trockenjahr ist nun teilweise wieder ein geringer Infiltrationsbetrieb in Waldgebieten erforderlich.



Als Folge des Nassjahres 2010 wurden Anfang 2011 Grundwasserhochstände erreicht, denn die Grundwasserstandsentwicklung folgt einige bis viele Monate zeitversetzt der Witterungsentwicklung und wird auch durch das Ausgangniveau mitbestimmt. Die Monate Februar bis April 2011 waren mit ca. 31 % der langjährig mittleren Niederschlagsmengen deutlich zu trocken. Das Winterhalbjahr 2010/11 erreichte trotz des nassen ersten Quartals daher in Summe die Mittelwerte nicht mehr ganz, sondern blieb insgesamt leicht zu trocken. Das trockene Frühjahr hat die oberen Bodenschichten bis 25 cm ausgetrocknet, daher ist eine hohe landwirtschaftliche Beregnungsmenge auch aus dem Rheinwasseraufbereitungswerk Biebesheim des WHR erforderlich. Die tieferen Bodenschichten sind jedoch noch gut durchfeuchtet, so dass die winterliche Grundwasserneubildung erst langsam zu Ende geht.

In Summe all dieser Einflüsse beginnen die Grundwasserstände langsam von den hohen Spitzenwerten ausgehend zu sinken, aufgrund lokaler Besonderheiten bereichsweise mal mehr (ca. -0,8 m Wallerstädten) und mal weniger (ca. -0,2 m Bürstadt), als im Durchschnitt. Die beiden Extrembeispiele liegen außerhalb jeden Infiltrationseinflusses.

Grundwasserwasserstand östlich Geinsheim

Abb. 1: Grundwasserganglinie der Messstelle 544018 Jägersburger Wald
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© Hessenwasser 2011
An den 14 repräsentativen Messstellen im Umfeld der Infiltrationsanlagen beträgt der mittlere Rückgang ca. 0,25 m gegenüber den Hochständen des Winters. Die Abschaltwerte werden im Mittel um ca. 0,15 m unterschritten, mit größeren örtlichen Unterschieden. Nur noch in 2 Fällen werden sie geringfügig überschritten (relevant für die Ortslagen Eschollbrücken, Hahn und Allmendfeld) ansonsten zwischen ca. 0,1 und 0,5 m unterschritten.

Aufgrund der beschriebenen Einflüsse wird sich der Grundwasserstandsrückgang in den nächsten Wochen und Monaten verstärken. Selbst falls wie im Ausnahmejahr 2010 ein nasser Sommer folgen würde, würde der trockene Boden den Niederschlag förmlich aufsaugen und daher nicht mehr zu einem Grundwasseranstieg führen können, wie im Sommer 2010.

Da sich die Infiltrationswirkung über viele Wochen hinweg, langsam ausgehend von den Infiltrationsorganen bis in die weitere Umgebung erst wieder aufbauen muss, ist ein rechtzeitiger Infiltrationsbeginn wichtig. Dies ist nun im Jägersburger und südlichen Gernsheimer Wald sowie nördlich von Eschollbrücken der Fall. So kann rechtzeitig Vorsorge gegen einen zu starken Grundwasserstandsrückgang in den Sommermonaten getroffen werden. Ziel ist es einen Rückgang deutlich unter die Richtwerte mittlerer Grundwasserstände zu verhindern. Dazu reichen zunächst geringe Mengen mit Schwerpunkt in den Waldgebieten aus (Abb.1).

Somit bleiben die Infiltrationsorgane am Westrand des Jägersburger Waldes, im zentralen und nördlichen Gernsheimer Wald (Abb.2) sowie nahe der Ortslage Eschollbrücken von der Inbetriebnahme vorerst ausgenommen. Bei weiter zurückgehenden Grundwasserständen werden sie im Verlauf des Sommerhalbjahres voraussichtlich zugeschaltet. Im Falle eines möglichen Trockenjahres 2011 können dann auch sukzessive die Infiltrationsmengen gesteigert werden. Dies alles wird gemäß den beschriebenen Methoden und Zielen gesteuert und nach den tatsächlich sich entwickelnden Grundwasserständen erfolgen. So können im Einflussbereich der Infiltration negative Entwicklungen verhindert werden. Dies gilt sowohl für infiltrationsbedingt zu hohe Grundwasserstände, als auch für zu tiefe Grundwasserstände, jeweils gemessen an den mittleren Grundwasserstandsvorgaben des Grundwasserbewirtschaftungsplans Hessisches Ried.

Beispielhaft für die erforderliche Teilinbetriebnahme der Infiltration steht in Abbildung 1 die Grundwasserstandsentwicklung an der Grundwassermessstelle 544018 im zentralen Jägersburger Wald. Der Abschaltwert wird hier aktuell um ca. 0,5 m unterschritten.Beispielhaft für einen Teilbereich, in dem eine Infiltration noch nicht möglich und erforderlich ist, steht in Abbildung 2 die Grundwasserstandsentwicklung an der Grundwassermessstelle 527253 östlich der Ortslage Allmendfeld und südlich der Ortslage Hahn. Hier wird der Abschaltwert aktuell noch um 0,01 m überschritten. Eine Inbetriebnahme ist hier erst sinnvoll, wenn er deutlich unterschritten wird. Je nach dem weiteren Grundwasserstandsrückgang in diesem Sommerhalbjahr erscheint dies zwischen Juni und August 2011 als möglich.


Grundwasserstand nahe Allmendfeld
Abb.2: Grundwasserganglinie der Messstelle 527253 Allmendfeld / Hahn
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      © Hessenwasser 2011


Fazit: Das bislang sehr trockene Frühjahr 2011 hat ausgehend von einem recht hohen Niveau seit März einen Grundwasserstandsrückgang eingeläutet, der in normalen Jahren erst im Mai/Juni beginnt. Daher ist trotz eines immer noch erhöhten Niveaus, Vorsorge vor einem übermäßigen Rückgang in den kommenden 6 Monaten zu treffen. Aus diesem Grund werden zum Aufbau der hydraulischen Wirkungsgrundlage, mit zunächst geringen Mengen die Infiltrationsorgane in jenen Teilbereichen wieder in Betrieb genommen, in denen die Abschaltwerte Anfang Mai 2011 deutlich unterschritten werden. Die Infiltration geht damit in Bereitschaft für den kommenden Sommer. Somit wird die Grundlage geschaffen, dass bei einem deutlichen Absinken der Grundwasserstände im Sommer, dann durch erhöhte Infiltrationsmengen und das Zuschalten weiterer Organe, die Grundwasserstände stabilisiert werden können. In den Teilbereichen mit nur geringer Unterschreitung der Abschaltwerte oder wo diese noch überschritten werden, wird auch weiterhin vorerst nicht infiltriert.


Hessenwasser GmbH & Co. KG
Betriebsführung Wasserverband Hessisches Ried
Volker Manger


 

 

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