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Aktuelles: Klimawandel: Start eines Forschungsprojektes zur Sicherung der Wasserversorgung
Geschrieben am 27.11.06  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Drohen dem Hessischen Ried neue Kellervernässungen durch hohe Grundwasserstände? Müssen in trocken-heißen Sommern immer mehr Felder länger beregnet werden? Wie kann die Wasserwirtschaft auf die zukünftigen Veränderungen des Klimas reagieren? Diese und zahlreiche weitere Fragen sollen in einem bundesweit relevanten Forschungsprojekt beantwortet werden. Partner im Verbundprojekt sind die Hessenwasser GmbH & Co. KG, das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie und das Darmstädter Ingenieurbüro Brandt Gerdes Sitzmann Umweltplanung.



Klimawandel schon Gewissheit – aber mit welchen konkreten Folgen?

Inzwischen wird die Existenz eines Klimawandels nicht mehr in Frage gestellt. Die Zukunftsszenarien der Klimaforscher werden immer sicherer. Für Südhessen ist mit milden, aber feuchteren Wintern, wärmeren und trockeneren Sommern sowie einer Zunahmen von Extremereignissen zu rechnen (z.B. Starkniederschläge). Schon die aktuelle Witterung mit ihren zahlreichen Extremwerten (Rubrik Niederschlag) zeigt auf, dass der Klimawandel in vollem Gange ist.

Neben den Anstrengungen zur Milderung des Klimawandels ist es daher zu klären, welche Veränderungen sich konkret ergeben werden - für die Natur, für Land- und Forstwirtschaft, für Grund- und Oberflächengewässer und die Wasserversorgung, sei es in Südhessen oder darüber hinaus – und welche Anpassungsstrategien erfolgversprechend sind.


Sonne über Acker


Führt eine zunehmende Sommertrockenheit zu einem erhöhten Beregnungsbedarf in der Landwirtschaft?




Verbund-Forschungsprojekt sucht Antworten auf zahlreiche Fragen

Vergangene Woche war nun der offizielle Start eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojektes, das die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt und die Wasserversorgung am Beispiel der südhessischen Landschaften „Hessisches Ried“ und „Odenwald“ konkretisieren soll. Ausgeführt wird das praxisnahe Verbundprojekt von drei fachkundigen Partnern: dem Wasserversorgungsunternehmen Hessenwasser GmbH & Co. KG (Groß-Gerau), dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG, Wiesbaden) und dem auf Grundwasserfragen spezialisierten Ingenieurbüro Brandt Gerdes Sitzmann Umweltplanung GmbH (BGS Umweltplanung, Darmstadt).

Das Verbundprojekt soll auf der Basis von verschiedenen Szenarien des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg (ECHAM5) und einer Übertragung dieser Daten auf die regionalen Verhältnisse in Südhessen zahlreiche Fragen beantworten. Ziel ist die Ableitung möglichst konkreter, mittel- und langfristig wirkender Anpassungsmaßnahmen.

Der Fragenkatalog des Forschungsprojektes ist ebenso eindeutig wie bedeutsam:
  • Wie verändert sich die Vegetationsperiode durch die Erwärmung?
  • Wie stark nimmt der Trockenstress im Sommer zu?
  • Folgt hieraus ein höherer Beregnungsbedarf in der Landwirtschaft?
  • Muss sich die Landnutzung in der Land- und Forstwirtschaft ändern?
  • Wie reagiert die Natur?
  • Wie stark steigt die Grundwasserneubildung im Winter an?
  • Wie ändert sich der Wasserbedarf der Wasserversorgung?
  • Kommt es zu dem bereits jetzt vorhergesagten Anstieg des Grundwasserspiegels?
  • Wie stark sinken die Grundwasserstände in extremen Trockenperioden ab?
  • Droht ein Trockenfallen von Quellen im Odenwald?
Bude im Wasser


Führt der Klimawandel zu steigenden Grundwasserständen und zu Überstauungen wie im Jahr 2001?




Hessisches Ried prädestiniert für das Projekt

Dass die Wahl des Bundesforschungsministeriums auf die Antragsteller in Südhessen fiel, dürfte kein Zufall sein. Neben der jeweiligen Kompetenz der drei Partner bietet das Hessische Ried einen idealen Forschungsraum für die Fragestellung, da bereits die Nutzungskonflikte der Vergangenheit zu intensiven Forschungen und konkreten Maßnahmen geführt haben.

Beispiele hierfür sind der Bau und Betrieb der Infiltrationsanlagen durch den Wasserverband Hessisches Ried, Brunnen zum Schutz vor Kellervernässungen in Griesheim, Weiterstadt, Nauheim und Rüsselsheim oder der Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried als wasserwirtschaftliches Steuerungsinstrument der Landesbehörden.




Forschungsergebnisse haben regionale und bundesweite Bedeutung

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind aber nicht nur für Südhessen oder die Hessenwasser als regionales Wasserversorgungsunternehmen von Interesse. Staatssekretär Karl-Winfried Seif vom Hessischen Umweltministerium betonte bei der Vorstellung des „ambitionierten Forschungsvorhabens“ die übergeordnete Bedeutung und die praktischen Konsequenzen des Projektes auch für andere Regionen in Hessen. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Beiträge des Landes Hessen zum Klimaschutz, u.a. das „Integrierte Klimaschutzprogramm (INKLIM) 2012“.

Wulf Abke, Geschäftführer der Hessenwasser GmbH & Co. KG, sieht bei seinem Unternehmen bereits heute gute Grundlagen für die Bewältigung der zukünftigen Aufgaben. Mit der aktiven Grundwassersteuerung im Ried, dem Leitungsverbund Rhein-Main und dem komplexen Bezugs- und Liefermanagement sei integriertes Ressourcenmanagement im Hessischen Ried bereits heute Realität, was in anderen Regionen zukünftig noch entwickelt werden müsse.

Dr. Heiko Gerdes vom Ingenieurbüro BGS Umweltplanung stellte in seiner Ansprache die methodischen Ansätze des Forschungsprojektes dar. Neben der Wasserhaushaltsmodellierung und der Untersuchung möglicher Maßnahmen zur Grundwasserbewirtschaftung übernimmt die BGS Umweltplanung die Koordinierung des Verbundprojektes.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1,0 Mio. Euro.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt:
http://www.anklig.de





Pressekonferenz zum Start des Forschungsprojektes in den Räumen der Hessenwasser (von links): Wulf Abke (Geschäftsführer Hessenwasser), Karl-Winfried Seif (Umweltstaatssekretär des Landes Hessen), Dr. Heiko Gerdes (Ingenieurbüro BGS Umweltplanung) und Dr. Hermann Mikat (Hessenwasser Leiter Wasserwirtschaft)
© BGS UMWELT 2006



 

 

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