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Aktuelles: 125 Jahre Wasserwerk Eschollbrücken: Fortschritt durch zentrale Wasserversorgung
Geschrieben am 18.01.06  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Am 1. Dezember 1880 feierten die Bürger der Haupt- und Residenzstadt von Hessen-Darmstadt die Inbetriebnahme des Wasserwerkes in Pfungstadt-Eschollbrücken. Darmstadt gehörte damit zu den wenigen Städten des Deutschen Reiches, deren Einwohner mit einer zentralen Wasserversorgung nicht nur den Anschluss an eine Wasserleitung, sondern auch an moderne Zeiten fanden.

Zentrale Wasserversorgung als "Lebensfrage Darmstadts"

Das, was heute selbstverständlich erscheint: überall und zu jeder Zeit, in beliebiger Menge und hervorragender Qualität Trinkwasser zu einem günstigen Preis aus dem Zapfhahn entnehmen zu können, war um die Mitte des 19. Jahrhunderts meist noch Theorie. In vielen Sommern war der Mangel an Wasser, sowohl der Menge als auch der Qualität nach, ein wirkliches Problem, eine "Lebensfrage Darmstadts", wie es in einer Denkschrift aus dem Jahre 1871 auf eine Formel gebracht wurde. Zuletzt waren die Quellen in dem außergewöhnlich heißen Sommer 1855 fast versiegt. Verunreinigungen, hervorgerufen durch die Vermischung der Zuflüsse mit den Abwässern der Stadt, machten aus dem Genuss des Wassers oftmals eine gesundheitsgefährdende Angelegenheit.

Die Bevölkerungsexplosion des industriellen Zeitalters erhöhte den Druck, die Wasserversorgung Darmstadts grundlegend zu verbessern. Lebten 1790 nur 6.900 Einwohner in Darmstadt, so waren es 1867 schon 31.389.

Bau des ersten zentralen Wasserwerkes im "Griesheimer Eichwäldchen"

Ab 1871 begann man mit der systematischen Untersuchung der Wasserversorgungsverhältnisse. Die daraus resultierende Idee, eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen, war keineswegs unumstritten. Noch am 27. März 1873 versuchten die Befürworter der Quellwasserversorgung in einer Sitzung des Gemeinderates, den Bau des Wasserwerkes zu verhindern.

Doch die Vernunft und der Weitblick behielten die Oberhand: Nach langem Streit und zahlreichen Gutachten erfolgte 1879-1880 der Bau des Pumpwerkgebäudes, die Verlegung der Druckleitung zwischen Pumpwerk und Stadt sowie die Fertigstellung von 6 Rohrbrunnen im "Griesheimer Eichwäldchen".

Am 1. Dezember 1880 war es soweit: Mit der Einweihung des Pumpwerkes und der Inbetriebnahme des Hochbehälters auf der Mathildenhöhe begann für Darmstadt das Zeitalter der zentralen Wasserversorgung. Die Stadt hatte inzwischen bereits 40.874 Einwohner. Der durchschnittliche Wasserverbrauch betrug im ersten Jahr nur 30 Liter pro Einwohner und Tag.


Bauplan aus dem Jahre 1892
© Hessenwasser GmbH & CO. KG




Modernisierung und Ausbau als Daueraufgabe

Der Bau des Wasserwerkes Eschollbrücken war nur der Beginn einer bis heute anhaltenden Abfolge von Umbauten und Modernisierungen. Zu den letzten Maßnahmen gehörten unter anderem der Neubau des Filterhauses und des Schaltwartengebäudes.

Seit der Inbetriebnahme des Wasserwerkes wechselte auch mehrfach die Organisationsform des Betreibers. Sie wurde mehrfach den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Seit ihrer Gründung am 1.01.2001 ist die Hessenwasser GmbH & Co. KG mit Sitz in Groß-Gerau die Betreiberin des Wasserwerkes Eschollbrücken. Sie liefert das Wasser unter anderem an die HSE in Darmstadt, die die Endverbraucher in Darmstadt und Umgebung mit Trinkwasser versorgt.

"Die Geschichte dieses Wasserwerks ist schon etwas Besonderes", erläuterte Wulf Abke, Geschäftsführer der Hessenwasser, anlässlich einer Feierstunde zum 125. Geburtstag des Wasserwerkes. "Mit dieser Anlage wurde das Fundament für die Grundwassergewinnung aus dem Hessischen Ried im Dienste der öffentlichen Trinkwasserversorgung gelegt. Diese Entscheidung unserer Vorväter sichert nach wie vor die Wasserversorgung in Südhessen und unterstützt sie im Rhein-Main-Gebiet. Aufgrund der Grundwasserbewirtschaftung im Ried ist dies seit langem schon ökologisch verträglich gestaltet."

Albert Filbert, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Hessenwasser und Vorstandsvorsitzender der HSE, ergänzte: "Als wir in 2001 als Mitbegründer der Hessenwasser unsere Trinkwasseranlagen, so auch das Wasserwerk Eschollbrücken, in den Regionalverbund eingebracht haben, war dies ein zukunftsweisender Schritt zur Neuordnung der Wasserversorgung im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen. Das Wasserwerk Eschollbrücken ist heute unverzichtbarer Bestandteil des Hessenwasser-Verbunds, der für Versorgungssicherheit und einwandfreies Trinkwasser steht. Damit bewahren wir das, was unsere Vorfahren geschaffen haben und schreiben es fort für die Zukunft."

Die Hessenwasser GmbH & Co. KG hat den 125. Geburtstag des Grundwasserwerkes Eschollbrücken in einer ausführlichen Festschrift gewürdigt. Zahlreiche Fakten und Zusammenhänge sind bemerkenswert und manchmal auch überraschend.

Autor der Festschrift "125 Jahre Grundwasserwerk Eschollbrücken - Geschichte - Technik - Wasserwirtschaft" ist der Architekt Volker Rödel. Die Festschrift kann für 19,90 € im Buchhandel über die ISBN-Nummer 3-921606-56-x oder in den Entega-Servicepoints in Darmstadt und Heppenheim bezogen werden.

 

 

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