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Grundwasserstand
Geschrieben am 30.09.03  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Aktuelle Entwicklung: Oktober 2003 - Ende der Vernässungsperiode erreicht - Wasserstände fallen weiter - Infiltration regional gestartet
(02.10.2003)


Die seit Februar 2003 anhaltende, über lange Zeiträume extreme Trockenheit hat sich im August und September weiter fortgesetzt. Die sehr hohen Verdunstungsraten des Sommers haben eine nahezu vollständige Entleerung des Bodenwasserspeichers oberhalb des Grundwassers bewirkt. Die kleineren Niederschläge der vergangenen Wochen führten allenfalls zu einer kurzfristigen Befeuchtung der oberen Bodenschichten.

Der zügige Abfall der Grundwasserstände setzt sich daher in allen Teilen des Hessischen Riedes weiter fort. Das absolute Niveau zeigt dabei regionale Unterschiede. So wurde an der Messstelle 527051 östlich von Groß-Gerau bereits Anfang August wieder das Niveau aus der Zeit vor dem Beginn der Vernässungsperiode Ende 1998 erreicht (vgl. folgende Abbildung).



An der Messstelle GE20160 südöstlich von Gernsheim wird ebenfalls der klimatisch bedingte Abfall deutlich, doch lag das absolute Grundwasserstandsniveau im August noch nicht ganz auf dem Niveau des Jahres 1998. Hier ist jedoch bis in den November hinein ein weiteres deutliches Absinken zu erwarten, da der Grundwasserleiter hier in der Regel träger reagiert als im Bereich der o.g. Messstelle 527051 bei Groß-Gerau.




Richtwerte des Grundwasserbewirtschaftungsplanes regional unterschritten

Der Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried hat zum Ziel, einen fachlichen Rahmen für die wasserwirtschaftlichen Entscheidungen im Hessischen Ried zu geben. Ein wesentlicher Bestandteil des 1999 vom Regierungspräsidium Darmstadt herausgegebenen Plans ist die Festsetzung von "Richtwerten mittlerer Grundwasserstände an ausgewählten Referenzmessstellen", um die die Wasserstände schwanken sollen. Hierdurch sollen sowohl Vernässungsschäden als auch Setzrisse an Gebäuden und Trockenschäden in der Natur verhindert oder zumindest minimiert werden.
Die genannten Richtwerte wurden im August 2003 in weiten Teilen des Riedes um Zentimeter oder einzelne Dezimeter unterschritten, lokal lag der Wasserstand noch auf dem Niveau der Richtwerte oder leicht darüber. Im September oder Oktober ist mit einer flächenhaften Unterschreitung der Richtwerte zu rechnen.
Die Unterschreitung prägt sich naturgemäß vorwiegend im Nahbereich der Gewinnungsanlagen bzw. Wasserwerke aus. Dabei zeigen sich auch Unterschiede zwischen den einzelnen Wasserwerken.

Infiltrationsbeginn zum vorsorgenden Ausgleich lokaler Absenktrichter

Deutlich erkennbar ist die beginnende Vertiefung des Absenktrichters im Wasserwerk Jägersburg. Hier waren die Infiltrationsanlagen vor dem Beginn der Vernässungsperiode nur zwei Jahre im Betrieb. Im Nahbereich der Anlagen wird der Richtwert des Grundwasserbewirtschaftungsplanes um mehr als einen Meter unterschritten. Wie aus der folgenden Ganglinie der Messstelle 544002 am Forsthaus Jägersburg hervorgeht, würde sich der Wasserstand ohne Infiltration in den kommenden Monaten weiter in Richtung des Unteren Grenzgrundwasserstandes bewegen, d.h. einem Wert, der nach den Vorgaben des Grundwasserbewirtschaftungsplanes möglichst nicht unterschritten werden soll.



Um die weitere Ausbreitung des Absenktrichters zu begrenzen und zum Schutz der in diesem Sommer stark gestressten Bäume, wurde daher im Jägersburger Wald im September 2003 wieder mit der Infiltration begonnen. Stark fallenden Grundwasserständen, wie sie z.B. in der Trockenperiode von 1990-1993, d.h. nur 2 Jahre nach der Nassphase von 1988 auftraten, soll auf diese Weise frühzeitig im Nahbereich der Gewinnungsanlagen entgegengesteuert werden. Aufgrund der langen Stillstandszeit der Infiltration wird sich ihr Einflussbereich zunächst auf die nähere Umgebung der Infiltrationsanlagen im Jägersburger Wald beschränken und sich erst dann - einen fortwährenden Betrieb vorausgesetzt - langsam über Monate und Jahre wieder ausbreiten. Eine Vernässungsgefährdung von Ortschaften kann aufgrund der gezielten Steuerung der Anlagen ausgeschlossen werden.

Weiter nördlich im Gernsheimer Wald ist der Absenktrichter bislang schwächer ausgeprägt. Die über die Infiltrationsanlagen eingespeisten Wassermengen liegen daher hier auf einem tiefen Niveau.

Im Raum Eschollbrücken/Pfungstadt steht die Infiltration bislang noch still. Da jedoch bis in den Spätherbst und Winter hinein noch mit fallenden Grundwasserständen zu rechnen ist, könnte bald auch hier ein Infiltrationsbeginn sinnvoll werden.

 

 

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