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Aktuelles: Bau von Schutzbrunnen in Nauheim, Rüsselsheim und Pfungstadt
Geschrieben am 23.05.03  Optionen: Druckversion Artikel versenden

Die Bürger der Nauheimer Siedlung "Im Teich" sind von den hohen Grundwasserständen der letzten Jahre besonders hart betroffen. Zahlreiche Keller sind vernässt, eigene Schutzmaßnahmen sind teuer und meist unzureichend. Nach intensiven Diskussionen und Planungen ist nun mit dem Baubeginn einer Brunnegalerie Abhilfe in Sicht. Auch an anderen Orten im Hessischen Ried sind lokale Schutzmaßnahmen weit vorangeschritten.

Bohrgeräte in Nauheim laufen

Am 22.05.2003 erfolgte der lang ersehnte Baubeginn der Brunnengalerie zur lokalen Begrenzung des Grundwasseranstiegs. Nauheims Bürgermeister Fischer, Dr. Gerdes vom Darmstädter Planungsbüro Brandt Gerdes Sitzmann Umweltplanung und Vertreter der beteiligten Genehmigungsbehörden feierten zusammen mit den Bürgern den Baubeginn mit der Pflanzung einer Esche.

Insgesamt werden 6 Brunnen unmittelbar am Rande des Nauheimer Wohngebietes "Im Teich" eingerichtet. Zusätzlich erfolgt eine Entnahme am "Graben A". Das Wasser wird zusammen mit dem Brunnenwasser in den benachbarten Schwarzbach abgeleitet. In Abhängigkeit von der Höhe des Grundwasserstandes schaltet eine automatische Steuerung 2, 4 oder alle 6 Brunnen ein. Auf diese Weise sollen die Betriebskosten minimiert und die Absenkung an die Erfordernisse angepasst werden.

Mit einer Fertigstellung der Baumaßnahme ist im Herbst 2003 zu rechnen. Im kommenden Winter und Frühjahr können dann die zahlreichen von privater Hand betriebenen Kellerpumpen stillgelegt werden. Wie die Berechnungen des zuständigen Planungsbüros ergeben haben, wird dies leider nicht bei allen Häusern möglich sein. Einzelne Kellersohlen liegen so tief, dass ein vollständiger Schutz nicht möglich sein wird.

Nauheim: Bohrung der Brunnengalerie
(22.05.2003 © BGS Umweltplanung GmbH)



Schutzmaßnahmen in Rüsselsheim

Auch in anderen Orten des Hessischen Riedes sind lokale Maßnahmen zur Begrenzung des Grundwasserstandes im Bau. Die Stadt Rüsselsheim ist gleich an zwei Stellen aktiv: in Königstädten und an der Oppenheimer Straße.

In Königstädten leiden ebenso wie in Nauheim zahlreiche Bürger unter nassen Kellern. Die 4 Schutzbrunnen in der Straße "Am Floßgraben" sind bereits gebaut und werden z.Zt. auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft. Das dort entnommene Wasser wird in den "Flutgraben" zur Versickerung eingeleitet.

Traurige Bekanntheit hat in den vergangenen Wintern die Unterführung in der Oppenheimer Straße in Rüsselsheim erlangt. Das stark gestiegene Grundwasser lief in solchen Mengen über die Mauern der Unterführung, dass die eingebauten Entwässerungspumpen überfordert waren. Im Winter 2001/2002 war die Verbindungsstraße zwischen Bauschheim und Rüsselsheim für mehrere Wochen nicht passierbar. Die dramatische Situation war sogar der Fachzeitschrift "Wasser und Abfall" ein Titelfoto wert (Ausgabe März 2003).


Rüsselsheim: Überlauf von Grundwasser in die
Unterführung an der Oppenheimer Straße
(07.02.2003 ©SWM)

Eine Kombination aus 2 Maßnahmen soll derartige Situationen in der Zukunft verhindern. Dränagen neben der Straße werden den Grundwasseranstieg direkt an der Unterführung begrenzen. Gleichzeitig wird durch eine Überleitung der Wasserspiegel des benachbarten Teufelsees im Bedarfsfall begrenzt. Sein Wasser trat in den vergangenen Wintern über die Ufer und strömte direkt in Richtung der Oppenheimer Straße. Das Wasser aus beiden Anlagen wird in die Güldenlache eingeleitet und dort versickert.


Deponieschutz in Pfungstadt

Die direkt neben dem Naturschutzgebiet Pfungstädter Moor gelegene ehemalige Kreismülldeponie Pfungstadt wird z.Zt. in doppelter Hinsicht "geschützt". Eine nahezu fertig gestellte Brunnengalerie soll zukünftig extreme Grundwasserhochstände, wie sie z.B. im April 2001 auftraten, verhindern. Das Ziel ist hier vorrangig die Sicherung der Standfestigkeit des in ehemaligen Torfgruben aufgeschüttetten Deponiekörpers. Gleichzeitig soll die Gefahr der Schadstoffauswaschung durch das Grundwasser vermindert werden. Das Wasser der 10 Brunnen wird nur wenige 100 Meter weiter westlich in zwei Teiche wieder eingeleitet. Zunächst aufkommende Befürchtungen, die Grundwasserförderung gefährde die Feuchtbiotope im Moor, sind unbegründet. Die Brunnenpumpen springen erst bei extrem hohen Grundwasserständen an. In diesen Zeiten hat auch das Moor ohnehin mehr als genug Wasser.

Die Anlage weist noch eine technische Besonderheit auf. Alle 10 Brunnen sind untereinander mit einer so genannten "Heberleitung" verbunden. Einmal angesaugt, kann das Grundwasser durch die Höhendifferenz wie in einem Schlauch zu einem tiefer gelegenen Schacht geleitet werden. Von dort wird es mit geringem Energieaufwand weitergepumpt.

Zeitgleich zur Brunnengalerie wird durch eine Umgestaltung und Abdeckung der Deponieoberfläche die Versickerung von Regenwasser und damit die Bildung schadstoffbelastetem Sickerwassers reduziert.


Pfungstadt: Ehemalige Kreismülldeponie
nach der Rodung der Gehölze
(08.05.2002 ©BGS Umweltplanung GmbH)


 

 

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